Kindersitze

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Der Kindersitz Berater soll Eltern bei der Wahl des für sie richtigen Autokindersitzes unterstützen. Im Folgenden erfahren Sie:

Gesetzliche Vorschriften

Die Kindersicherheit hat inzwischen auch in der Gesetzgebung eine wichtige Rolle eingenommen. Eine generelle Sicherungspflicht für Kinder in Kraftfahrzeugen besteht in Deutschland seit dem 1. April 1993. Darin heißt es, dass Kinder, die bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres kleiner als 150 cm sind, im Auto ausschließlich auf Kindersitzen mitgenommen werden dürfen. Das gilt aber nur dann, wenn Rückhalteeinrichtungen verwendet werden, die amtlich zugelassen und für das jeweilige Kind geeignet sind. Das Befördern von Kindern ohne oder auf einem nicht zugelassenen Kindersitz hat einen Punkt in Flensburg und ein Verwarngeld von 40 Euro zur Folge. Im Schadensfall kann von der Versicherung sogar eine Minderung der Anspruchsleistungen geltend gemacht werden.

Auch in Europa gilt seit dem 9. Mai 2006 verhaltensrechtliche Verpflichtungen für das Anlegen von Sicherheitsgurten sowie zur Verwendung geeigneter Sicherheitssysteme für Kinder, um die Unfallsicherheit zu erhöhen. Dieses gilt für alle Fahrzeugarten. Seit dem 11. Mai 2006 dürfen Kindersitze der Prüfnormen ECE R 44 (derzeitige Version ECE R 44/04) verkauft und eingesetzt werden. Im Juli 2013 ist die neue Prüfnorm ECE R 129 (i-Size) in Kraft getreten. Die alte Norm wird dadurch nicht ersetzt, sondern i-Size soll schrittweise parallel eingeführt werden. Alle Sitze nach der alten Norm können daher problemlos und ohne Risiken weiter eingesetzt werden.

Das orangefarbene Prüfzeichen ist direkt am Kindersitz angebracht und leicht zu erkennen:

Grafik Prüfsiegel

Worauf beim Erwerb eines Autokindersitzes zu achten ist:

  • Der Sitz sollte an das Gewicht/ die Körpergröße Ihres Kindes angepasst sein
  • Die Handhabung sollte einfach und komfortabel sein, sodass die Eltern beim Befestigen des Sitzes im Wagen und beim Sichern der Kinder keine Probleme haben.
  • Achten Sie darauf, dass der Sitz das derzeit gültige Prüfsiegel hat.

Die Gewichtsklassen der ECE R 44

Die Wahl des Autositzes richtet sich bei ECE R 44 nach dem Gewicht des Kindes. Babys sind besonders schutzbedürftig, deshalb müssen Kindersitze der Gruppe 0+ besondere Anforderungen erfüllen. Bis zu einem Gewicht von 9kg besteht eine Pflicht, die Babyschale entgegen der Fahrtrichtung zu fixieren. Um einer Verletzung der Halswirbelsäule im Falle eines Unfalls entgegen zu wirken werden die Babyschalen der Gruppe 0+, die für ein Baby bis 13 Kilogramm und für ein Alter bis ungefähr 18 Monate geeignet sind, sogar bis zum Ende der Nutzungszeit rückwärtsgerichtet eingebaut. Sozusagen als Reboarder. Dabei darf der die Schale nur dann auf dem Vordersitz angebracht werden, wenn sich der Beifahrer-Airbag deaktivieren lässt, ansonsten ist eine Anbringung auf der Rückbank zu wählen. Die Fixierung erfolgt über die 3-Punkt-Gurte des Autositzes oder über Isofix. Die Babyschalen der Gruppe 0+ sollten über einen zentral verstellbaren 5-Punkt-Gurt verfügen. In der Höhe verstellbare Schultergurte sind dabei wichtig, um das Kind so anzuschnallen, dass der Gurt möglichst eng am Körper anliegt. Für die Sicherheit Ihres Babys muss die Kunststoffschale des Sitzes eine hohe Stabilität aufweisen, breite Wangen sorgen dabei für einen sicheren Seitenhalt. Waschbare und weich gepolsterten Bezügen bieten Ihrem Kind den notwendigen Komfort während der Fahrt. Zur nächsthöheren Gruppe sollte erst dann gewechselt werden, wenn die Kopfoberkante nicht mehr in der festen Schale liegt.

Die Grössen I ist für ein Gewicht ab 9 bis 18 kg, also für Kleinkinder im Alter von ca. neun Monaten bis vier Jahre geeignet. Für diese Sitze gibt es zwei Systeme: Den 5-Punkt-Gurt oder das Fangsystem. Bei einem Fronaufprall ist die Belastung durch das Fangsystem niedriger als bei einem Gurt, allerdings ermöglicht ein Fünfpunktgurt eine bessere Schlafposition und das Kind schwitzt nicht so stark. Ein zentral verstellbarer 5-Punkt-Gurt hält den Körper des Kindes bei einem Aufprall gleichmässig und sicher zurück. Die Sitze der Gruppe I eigenen sich insbesondere für Kinder, die zwar schon sitzen können, aber noch auf grossen seitlichen Halt angewiesen sind. Kinder dieser Altersgruppe schlafen gerne während der Fahrt ein. In dieser Situation ist eine verstellbare Sitz- und Liegefunktion des Kindersitzes besonders hilfreich. Auch sollte der Sitz dem Kind durch breite Seitenwangen guten Halt geben.

Die nächsthöhere Gruppe II - III entspricht Sitzen der Altersklasse von ca. drei bis zwölf Jahre. Die Kinder dieser Gruppe haben ein Gewicht zwischen 15 und 36 Kilogramm. Die "Grossen" haben oft schon ihren eigenen Kopf und ganz genaue Vorstellungen von ihrem Kindersitz. Ein erhöhter Sitz gewährt dem Kind ein erweitertes Sichtfeld. Es wird meist der Dreipunktautogurt zur Sicherung der Kinder im Sitz verwendet, ein optimaler Gurtverlauf gibt den Eltern ein gutes Gefühl, dass der Kindersitz sicher befestigt ist. Strapazierfähige, waschbare Bezüge erleichtern die Pflege. Diese Sitze können schnell und einfach von einem Fahrzeug in ein anderes gewechselt werden.

Die sogenannten Langzeit-Sitze umfassen die Gruppen I - III und eignen sich für Kinder von neun bis 36 Kilogramm Körpergewicht. Das entspricht in etwa einem Alter von neun Monaten bis 12 Jahre. Sie sind die optimale Lösung, wenn ein ausgeglichenes Preis-Leistungs-Verhältnis mit den wichtigen Ausstattungsmerkmalen kombiniert werden soll. Bis zu einem Gewicht von 18kg sollte das Kind wie in der Gruppe I mit einem zentral verstellbaren 5-Punkt-Gurt gesichert werden. älter Kinder werden mit dem Dreipunktgurt gesichert. Eine optimierte Gurtführung sorgt dafür, dass der Gurt immer über die Schulter, jedoch niemals am Hals entlangt führt. Die Sitzschale ist anatomisch geformt, breite Wangen sorgen für optimalen Seitenhalt. Der 5-Punkt-Gurt lässt sich zentral verstellen. Strapazierfähige, waschbare Bezüge erleichtern die Pflege des Kindersitzes. Zudem ist bei den Langzeitsitzen ebenfalls ein problemloser Wechsel in andere Fahrzeuge möglich. Erst ab einer Grösse von 150 cm darf das Kind ohne Kindersitz befördert werden.

Überblick der Kindersitzgruppen

i-Size (ECE R 129)

Die ECE R 129 Norm soll Eltern helfen, einen noch sicheren und besser passenderen Autositz für ihr Kind auszuwählen.

Alle Neuerung auf einen Blick:

  • Bei i-Size erfolgt die Einteilung nicht mehr nach dem Gewicht sondern nach der Größe und dem Alter des Kindes.
  • Verpflichtendes Rückwärtssitzen für Kinder bis 15 Monate.
  • Muss nicht nur einen Frontalaufpralltest absolvieren sondern auch einen Seitenaufpralltest.
  • Alle Sitze können nur mit ISOFIX-Befestigungen im Auto angebracht werden.
  • Maximale Sicherheit in mit i-size kompatiblen Fahrzeugen.

In der ECE R 44 Norm wird der passende Kindersitz anhand des Gewichts des Kindes festgelegt. Die neue i-Size Regulierung sieht dagegen vor, dass für alle Größenstufen eine Mindest-Schulter- und Beckenbreite sowie einer Mindest-Schulterhöhe definiert sind, um sicherzustellen, dass der Kindersitz optimal an den Körper des Kindes angepasst ist. Zudem wird für jeden Sitz ein maximales Körpergewicht angegeben.

Die ECE R 129 sorgt auch dafür, das Kinder länger im rückwärtsgerichteten Sitz mitfahren. Während bei der ECE 44 nur eine Reboarder-Pflicht bis zum Alter von 9 Monaten bestand, wurde diese für i-Size auf 15 Monate ausgedehnt. Das rückwärtsgerichtete Fahren bietet den besten Schutz für kleine Kinder, da der Kindersitz so eine Schutzschildfunktion übernehmen und Verletzungen im Kopf- und Nackenbereich vorbeugen kann.

Zudem müssen Kindersitze die nach i-Size zertifiziert sind einen obligatorischen Seitenaufpralltest bestehen. Diese Vorgabe gab bei der bisherigen ECE R 44 Norm nicht, ein Crashtest wurde aber bereits häufig von Insitutionen wie dem ADAC oder der Stiftung Warentest durchgeführt. Da das Auto an den Seiten keine Knautschzone besitzt, wird Ihr Kind und vor allem der Kopf des Kindes durch einen guten Seitenaufprallschutz bei Unfällen besser geschützt.

Die nach i-Size zugelassenen Kindsitze verfügen alle über ISOFIX-Konnektoren und dürfen nur in für ISOFIX zugelassenen Fahrzeugen angebracht werden. Das ISOFIX-System bieten die sicherste Halterung des Kindersitzes im Auto und vereinfacht zusätzliche den Einbau für die Eltern. Allerdings bieten die Autositze nur dann über die maximale Sicherheit, wenn auch das Fahrzeug mit i-Size kompatibel ist. Entsprechende Fahrzeuge besitzen ein i-Size Label, der Sitz kann dann auf jeder i-Size-Sitzposition angebracht werden. Da die neue Norm erst 2013 eingeführt wurde, verfügen bisher nur neuere Fahrzeuge über das i-Size-Label.

Einteilung nach ECE R 129

Einteilung nach ECE R 129

Vergleich von ECE R 44 zu R 129

Vergleich von ECE R 44 zu R 129

Mit oder ohne Isofix?

Isofix sorgt für eine feste Verbindung der Kindersitze mit der Karosserie Ihres Autos. Immer mehr Fahrzeuge sind heute mit den entsprechenden ösen ausgestattet, in die die Halterasten der Isofix Basis greifen. Ein Sitz mit Isofix Halterung ist der sicherste Sitz, auch die meisten Hersteller wie BeSafe (vor allem mit dem Modell izi), Peg Perego, Nania oder Recaro bieten schon solche Modelle an. Meist sind diese durch einen Namenszusatz wie eben Isofix oder auch Seatfix. Ein weiterer Vorteil liegt in der einfachen Bedienung – es ist kein lästiges Gurten erfolderlich. Da Bedienungsfehler beim Gurten das grösste Verletzungsrisiko bei Unfällen mit Kindersitzen darstellen, bietet Isofix mehr Sicherheit und wird von Unfallforschern allgemein empfohlen. Durch Isofix sind die Kindersitze sehr stabil im Auto verankert und schneiden daher bei Crash Tests besonder gut ab. Als Nachteil gelten die höheren Anschaffungskosten sowie ein etwas höheres Gewicht der Sitze mit Isofix. Zudem lassen sich Isofix Sitze nicht in der Mitte, sondern lediglich auf den äusseren Sitzen der Rückbank befestigen. Eine Übersicht über Fahreuge, die mit Isofix ausgestattet sind sowie eine Broschüre „Kinder sichern im Auto – Ratschläge, Tipps, ISOFIX“ finden sie bei der Unfallforschung der Versicherer

Detaillierte Informationen über das Isofix-System finden Sie außerdem hier: Was ist Isofix?

Anschaffungskosten für Autokindersitze

Ein weiteres Kriterium für den Kauf ist selbstverständlich auch der Preis. Für einen guten Kindersitz können schnell zwei- bis dreihundert Euro anfallen, einige Modelle liegen noch darüber. Allerdings gibt es von vielen Fabrikanten wie beispielsweise BeSafe, Osann oder Nania auch verschiedene Modelle in verschiedenen Preiskategorien. Auch gibt es preisliche Unterschiede zwischen Reboarder, vorwartsgerichteten Kindersitze und Babyschale, mit oder ohne Isofix oder anderen Eigenschaften. Auch zusätzlich benötigtes Zubehör wie eine Sitzerhöhung oder eine Isofix-Basis muss bedacht werden, wenn über einen Erwerb nachgedacht wird.

Der Kostenfaktor stellt viele Eltern vor die Frage, ob nicht auch ein gebrauchtes Modell seinen Zweck erfüllen könnte. Diese Überlegungen finden selbstverständlich verstärkt statt, wenn in der Familie zwei oder mehrere Kinder leben. Der Autositz Berater kann hier nur Empfehlungen aussprechen. Die Entscheidung liegt ganz allein bei den Eltern.

Es gilt zu bedenken, dass immer noch sehr viele Kindersitze in Umlauf sind, die nicht der aktuellen Norm entsprechen. Wer nicht sicher ist, sollte lieber einen Neukauf eines Autokindersitzes in Erwägung ziehen.

Achten Sie darauf, dass die wichtigsten Ausstattungsmerkmale vorhanden sind und der Autositz an das Gewicht und die Größe der Kinder angepasst ist. Handhabung und Befestigung im Auto sowie die Sicherung des Kindes müssen einfach und sicher sein, dann haben Sie in der Regel die richtige Wahl getroffen. Dann heisst es nur noch: gute und sichere Fahrt!

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