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Fläschchen­kunde

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Zufriedenes Baby, glückliche Eltern -
Tipps für die Flaschenzeit

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Stillen & Flaschen­nahrung – kein Entweder/Oder

Es leuchtet jedem ein, dass Stillen die von der Natur vorgesehene beste Art der Ernährung für ein Baby ist. Das liegt nicht nur daran, dass der Körper der Mutter auf die Saugintensität und -häufigkeit reagiert und sich die Milch dadurch in Zusammensetzung, Menge und Temperatur immer genau den Bedürfnissen des Babys anpasst, sondern auch daran, dass beim Stillen eine enge und intime Verbindung entsteht. Dieser Körperkontakt ist wichtig für das so genannte Bonding, also die innige Verbindung zwischen Mutter und Kind – dadurch kann das Baby ein Urvertrauen aufbauen. Natürlich hat das Stillen noch andere Funktionen, allen voran die Ernährung des Kindes. Mit der Milch erhält das Baby alle wichtigen Nährstoffe.

Doch damit nicht genug:
Mit der Muttermilch nimmt das Kind eine Vielzahl wichtiger Bakterien auf, die sich im Darm ansiedeln und für die Verdauung von großer Bedeutung sind. Zu guter Letzt liefert die Muttermilch dem Baby Antikörper frei Haus, die es in den ersten Wochen und Monaten vor Infekten schützt (Nestschutz).

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Babys volle sechs Monate ausschließlich zu stillen und begleitend bis zum 2. Geburtstag. Natürlich darf so lange gestillt werden, wie es Mutter und Kind guttut, doch es gibt verschiedene Gründe, nach den ersten Monaten auf Milchnahrung umzusteigen.

Auch wenn Muttermilch der Goldstandard der Baby­ernährung ist: Es gibt verschiedene Gründe, warum nicht oder nicht ausschließlich gestillt wird oder gestillt werden kann und man (zusätzlich) das Fläschchen gibt. „Industriell gefertigte Säuglingsnahrung“, wie das Milchpulver für Babys offiziell heißt, klingt nicht nach wohligem Glucksen, kuscheliger Fläschchenzeit mit Mama oder Papa oder dem Besten für das Kleine. Doch die Säuglingsmilch ist heutzutage so gut, wie nie zuvor. Inzwischen wird sie in der Zusammen­setzung der Muttermilch sogar nach­empfunden. Wie das geht? Beispielsweise durch das Zufügen von probiotischen Bakterien und präbiotischen Ballaststoffen.

Die ersteren erzielen eine positive gesundheitliche Wirkung, indem sie sich an die Darmzellen anheften und zum Beispiel krankmachende Keime abwehren und die Antikörper­synthese fördern. Letztere dienen den im Dickdarm vorhandenen positiven Milchsäure­kulturen als Nahrungs­quelle. Somit fördern sie das Wachstum einer gesunden Darmflora.

Muttermilch passt sich automatisch den Bedürfnissen und dem Bedarf des Kindes an. Bei industrieller Säuglingsmilch müssen die Eltern eine Wahl treffen.

Das fällt angesichts der großen Menge unterschiedlicher Hersteller und Produkte nicht immer leicht. Gut informiert, ist es sehr leicht dem Baby den besten Start ins Leben mit hochwertiger und gesunder Milchnahrung zu ermöglichen. Darum erklären wir Ihnen alles Wissenswerte, damit Sie aus Überzeugung und mit ruhigem Gewissen eine Entscheidung treffen können.

Welche Milch ist die richtige für mein Baby?

Wer zum ersten Mal im Drogeriemarkt vor einem Regal mit Säuglingsmilch steht oder das Milchpulver bequem im Internet bestellen möchte, ist von der Auswahl der Produkte und der unter­schiedlichen, teils kryptischen, Bezeichnungen schnell überfordert. Jeder Hersteller bietet Produkte vom Neugeborenen bis zum Kleinkind an. In allen Milcharten sind natürlich alle wichtigen Nährstoffe enthalten, die ein Baby für das Wachstum braucht (wie Jod und Eisen), jedoch unter­scheidet sich jede Marke ein wenig in ihrer Zusammen­setzung. Dadurch sollten Sie sich nicht verunsichern lassen.

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Wir helfen Ihnen durch den Bezeichnungs­dschungel – und falls Sie dennoch unsicher sind, ist Ihre Hebamme oder Ihr Kinderarzt der richtige Ansprech­partner für alle Fragen zu Babys Ernährung.

Die verschiedenen Milcharten

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  • Pre
  • 1
  • 2
  • 3
  • HA
  • Spezialmilch

Pre

Die Säuglingsmilch mit der Bezeichnung Pre wird von Kinderärzten und Ernährungs­experten für Neugeborene empfohlen. Sie ist so weit wie möglich der Muttermilch nachempfunden und kann – wenn das Kind damit satt wird – das gesamte erste Lebensjahr hindurch gegeben werden. Als einziges Kohlenhydrat enthält Pre-Milch den Milchzucker Laktose. Pre-Milch ist recht dünnflüssig und kann dem Baby nach Bedarf gefüttert werden. Es besteht, wie bei der Muttermilch, nicht die Gefahr, dass das Baby überfüttert werden kann.

Wird das Baby ausschließlich mit Fläschchen ernährt, sollten Sie eine Pre-Milch auswählen, da diese die langkettige, ungesättigte Fettsäuren (DHA, Omega-3) enthält. Diese werden als LCP bezeichnet.

Folgemilch 1

Die Folgemilch 1 kann von Geburt an gegeben werden. Sie ist etwas sämiger und sättigender als die Pre-Milch. Sie enthält neben der Laktose als weiteres Kohlenhydrat Maisstärke. Die 1er Milch ist für die Phase sinnvoll, wenn das Baby noch keine Beikost bekommt, aber die Pre-Milch zur Sättigung nicht mehr ausreicht. Das erkennen Sie daran, wenn es entweder quengelt, obwohl das Fläschchen leergetrunken ist, oder wenn es in merklich kürzeren Abständen Hunger bekommt. Wird Ihr Kind aber mit der Pre-Milch satt, so ist ein Umstieg auf die 1er (oder andere Folgemilch) nicht unbedingt notwendig.

Folgemilch 2

Die 2er Milch ist etwa ab einem Lebensalter von 6 Monaten verwendbar, also ab einem Alter, ab dem meist mit der Beikost begonnen wird. Sie ähnelt in ihrer Zusammensetzung nicht mehr so stark der Muttermilch. Beispielsweise enthält sie – je nach Marke – neben dem Milchzucker (Laktose) eventuell auch noch andere Zuckerarten, wie z.B. Glukose, Maltodextrin und Stärke. Ein Wechsel von der 1er auf die 2er Milch ist nur dann ratsam, wenn Ihr Baby mit der Folgemilch 1 nicht satt wird oder schlecht bis gar nicht isst, um gerade bei Babys ab 9 Monaten die erhöhte Nährstoffaufnahme zu gewährleisten.

Folgemilch 3

Etwa ab dem 12. Lebensmonat besteht die Möglichkeit auf die Folgemilch 3 umzusteigen. Der Stärke-, Eiweiß- und Zuckeranteil dieser Milch ist relativ hoch, was für den Körper des Kleinkindes nicht unbedingt vorteilhaft ist. Durch den hohen Kaloriengehalt kann leichter Übergewicht entstehen. Aus diesen Gründen ist die 3er Milch unter Kinderärzten und Ernährungsexperten umstritten. Gerade für Kinder, deren Gewicht zu gering ist oder die während einer Krankheit vor allem mit Milch ernährt werden, kann die Folgemilch 3 aber sinnvoll sein. Gegen Ende des ersten Lebensjahres sollten Kinder langsam an die Familienkost herangeführt werden. Durch diese zusätzlichen Nahrungs­möglichkeiten kann Fertigmilch immer weiter in den Hintergrund rücken. Wenn dennoch eine Fertigmilch gewünscht wird, gibt es auch die Kindermilch 1 (ab einem Jahr) und 2 (ab zwei Jahren), welche auf den Nährstoffbedarf von Kleinkindern abgestimmt sind.

HA

Die Abkürzung HA steht für hypoallergen (hypo = unter/weniger). Bei dieser Milchherstellung ist das Eiweiß auf besondere Weise aufgespalten. Dadurch kann bei Kindern das Risiko, eine Allergie zu entwickeln, verringert werden. Empfohlen wird eine HA-Nahrung nur dann, wenn ein Kind als allergie­gefährdet gilt. Das ist beispielsweise der Fall, wenn die Mutter, Vater und/oder ein Geschwister­kind Asthma, Neurodermitis oder eine Allergie gegen Nahrungsmittel oder Pollen haben. HA-Nahrung wird also nicht nur bei einem erhöhten Risiko für eine Milcheiweißallergie gegeben. Eine Allergie gegen Milcheiweiß ist übrigens etwas Anderes als eine Laktoseunverträglichkeit, die sich gegen den Milchzucker richtet. Ob Ihr Kind HA-Milch bekommen muss, sollten Sie bitte immer mit der Hebamme oder dem Kinderarzt besprechen. Für HA-Milch gilt auch die oben genannte Einteilung in Pre, 1, 2 und 3.

Spezialmilch

Manche Babys haben spezielle Bedürfnisse, die auch eine besondere Ernährung nötig machen.

AR

Ein kleines Bäuerchen nach dem Trinken und ein bisschen Milch, die dabei ihren Weg nach draußen findet, ist ganz normal. Doch bei manchen Babys kommt mehr als nur ein kleiner Schluck. Wenn Ihr Kind nach dem Trinken vermehrt spuckt oder die Milch sogar schwallartig erbricht, sollten Sie unbedingt mit der Hebamme oder dem Kinderarzt sprechen. Für manche Kinder eignet sich nach Ausschluss möglicher Erkrankungen dann die AR Milch (Anti Reflux). Sie soll verhindern, dass viel Milch durch die Speiseröhre zurück in den Mund fließt und das Baby spucken muss. Die Milch ist etwas sämiger und enthält unter anderem Johannisbrotkernmehl, das dem Reflux entgegenwirken soll.

Sensitive oder Comfort Nahrungen

In den ersten Lebenswochen und -monaten muss sich die Darmflora erst aufbauen und in ihrer Zusammensetzung finden. In dieser Zeit sind Verdauungsprobleme bei Säuglingen leider keine Seltenheit. Doch manche Babys müssen sich noch mehr als andere plagen. Für diese Kinder kann eine Sensitiv-Milchnahrung sinnvoll sein. Sie enthält eine andere Zusammensetzung als normale Säuglingsmilch sowie präbiotische Ballaststoffe. Die Fett-, Eiweiß- und Zuckerzusammensetzung unterscheidet sich in der Sensitiv-Milchnahrung, was die Verdauung günstig beeinflussen kann. Auch bei der Wahl einer solchen Spezialnahrung sollte der Kinderarzt miteinbezogen werden.

Kuhmilchfreie Säuglingsmilch

Liegt eine Allergie gegen Kuhmilcheiweiß oder eine Nahrungsunverträglichkeit gegen Milch vor, wird jede „normale“ Säuglingsmilch zum Problem, denn sie alle basieren auf Kuhmilch. Für diesen Fall bieten sich kuhmilchfreie Spezialnahrungen auf Soja-Basis an. Bitte sprechen Sie auch in diesem Fall mit Ihrem Kinderarzt. Es wird dringend davon abgeraten, Säuglinge auf eigene Faust mit Alternativprodukten wie Ziegen- oder Stutenmilch oder mit rein pflanzlicher Reis-, Soja- oder Mandelmilch zu ernähren. Diese Produkte sind für die Babyernährung nicht geeignet und können zu Verdauungsstörungen und Mangelerscheinungen führen.

Milch für Frühchen und sehr leichte Babys

Je nach Alter und Gewicht des Frühchens kommen unterschiedliche Spezialnahrungen zum Einsatz, über die eine Klinik am besten Auskunft geben kann.

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Fläschchen und Sauger –
was brauche ich wirklich?

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Die Grundausstattung für die Ernährung von Babys mit dem Fläschchen umfasst, ganz gleich, ob Sie Milchnahrung oder abgepumpte Muttermilch geben:

  • Windeln.deEine ausreichende Anzahl von sechs bis sieben Fläschchen in passenden Größen
  • Windeln.deEbenso viele Sauger in passenden Größen
  • Windeln.deEine Thermos­kanne sowie gegebenenfalls einen Fläschchen­wärmer
  • Windeln.deEine Flaschen­bürste, die Sie nur für die Fläschchen verwenden
  • Windeln.deEinen Sterilisator/­Vaporisator oder einen großen Topf
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Wie viele Fläschchen brauche ich?

Ein Baby bekommt durchschnittlich fünf bis sechs Fläschchen pro Tag. Jedes Fläschchen muss nach Gebrauch gut gereinigt werden. Kinderärzte sagen, dass ein Sterilisieren der Fläschchen und Sauger nach jedem Gebrauch nicht mehr unbedingt nötig sei. Wenn Sie es dennoch machen möchten, sollten Sie einen Satz von sechs bis sieben Fläschchen inklusive Saugern zu Hause haben. So vermeiden Sie, mehrmals täglich sterilisieren zu müssen.

Glas oder Plastik?

Seit einigen Jahren sind die Hersteller dazu verpflichtet, Plastik ohne den potentiell krebserregenden Weich­macher BPA für Babyzubehör zu verwenden. Daher ist die Verwendung von Plastikflaschen heute uneingeschränkt zu empfehlen und wird von den meistern Eltern bevorzugt. Der Vorteil gegenüber Glasflaschen ist, dass sie leichter sind und nicht zerbrechen. Der Nachteil ist, dass sie schneller verkratzen, wodurch sich möglicherweise Bakterien festsetzen könnten. Bei der Form der Fläschchen entscheiden persönliche Vorlieben. Eine große Öffnung erleichtert das Einfüllen des Milchpulvers und die Reinigung.

Kleine oder große Fläschchen?

Anfangs trinken Babys noch recht kleine Mengen (weniger als 150 ml). Doch schon bald erhöht sich die Trinkmenge auf 200 bis 300 ml. Daher empfiehlt sich bereits zu Beginn die Anschaffung von größeren Fläschchen. Ein bis zwei kleine Exemplare sind dennoch empfehlenswert – als Wasser- oder Teefläschchen für ältere Babys.

Welche Sauger brauche ich?

Aus zwei Materialien werden Sauger hergestellt: Latex (Naturkautschuk) und Silikon. Latex ist weicher und wird schneller porös, Silikon ist etwas fester, aber langlebiger. Im Prinzip müssen Sie ausprobieren, was Ihrem Baby besser gefällt oder ob es Unverträglichkeiten gegen ein Material aufweist. Grundsätzlich sollten Sauger im Abstand von etwa drei Monaten, oder wenn sie beschädigt sind, erneuert werden. Beachten Sie auch, dass jeder Hersteller ein eigenes System aus Flasche und Sauger hat. Daher müssen Sie die Sauger immer passend zum Fläschchen kaufen.

Es gibt unterschiedliche Arten von Saugern. Zum einen die orthodontischen Sauger, welche eine abgeflachte, kiefergerechte Form haben. Sauger in Kirschform sind symmetrisch rund und damit eher der Brustwarze der Mutter nachempfunden. Bei Frauen, die zusätzlich stillen, verringert die Kirschform die Wahrscheinlichkeit, dass das Baby durch die unterschiedlichen Formen beim Saugen verwirrt wird. Die Wahl der Saugerform ist nur davon abhängig, womit Ihr Baby am besten zurechtkommt. Spezielle Anti-Kolik-Sauger sollen die Wahrscheinlichkeit von Blähungen verringern.

Die Sauger gibt es mit verschiedenen Lochgrößen für unterschiedlich dünn- beziehungsweise dickflüssige Milchsorten. Die Bezeichnungen der Größen wie 1, 2 oder S, M können je nach Hersteller und für das empfohlene Kindesalter unterschiedlich sein. Sie können am besten selbst testen, ob die Fließgeschwindigkeit angemessen ist: Halten Sie dafür die Flasche senkrecht nach unten. Der Sauger hat eine gute Größe, wenn pro Sekunde zwei bis drei Tropfen Milch herausfließen. Ist der Milchfluss höher, kann sich das Baby verschlucken und beim Trinken mehr Luft schlucken, was Bauchschmerzen und Reflux fördern kann. Spuckt Ihr Baby viel, probieren Sie erst andere Sauger aus, bevor Sie zu AR-Milchnahrung wechseln.

Da Babys üblicherweise ein starkes Bedürfnis zu saugen haben, wählen Sie die Lochgröße lieber etwas zu klein als zu groß, damit sie sich ein bisschen anstrengen müssen. Natürlich ist das von Kind zu Kind unterschiedlich und sollte einfach ausprobiert werden. Für Wasser und Tee gibt es Sauger mit noch kleinerer Öffnung.

Fläschchen reinigen und sterilisieren

Unter unseren Hygienestandards ist das tägliche Sterilisieren der Fläschchen und Sauger nicht mehr unbedingt nötig. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, alle benutzten Fläschchen und Sauger bei 65 °C in der Spülmaschine oder mit heißem Wasser und Spülmittel zu reinigen. Zusätzlich sollte in regelmäßigen Abständen sterilisiert werden, um alle Utensilien keimfrei zu machen. Am einfachsten geht das mit einem Vaporisator: Dort wird Wasser eingefüllt und die zu sterilisierenden Teile (auch Schnuller) in einem Behälter darüber platziert. Das Wasser wird erhitzt, es verdampft und bewirkt dabei die Sterilisation. Genauso gut funktioniert es, wenn man die Flaschen und Sauger in einem großen Topf im Wasser zehn Minuten sprudelnd kocht und dann trocknen lässt.

Das Fläschchen richtig zubereiten

Jeder Hersteller gibt auf der Packung genau an, wie das Milchpulver dosiert und das Fläschchen zubereitet werden soll. Bitte halten Sie sich genau an die angegebenen Dosierungen.

Hier erfahren Sie praktische Tipps für die Zubereitung des Fläschchens, denn gerade Neugeborene haben noch keinen festen Trinkrhythmus. Aber auch bei älteren Kindern können die Zeitabstände zwischen dem Hungergefühl variieren. Damit keine Hektik entsteht und ein schon hungriges und quengeliges Baby Sie zusätzlich unter Druck setzt, können Sie einige Vorbereitungen treffen.

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  • Das Wasser
  • Temperatur
  • Fläschchen mischen
  • Lagerung von Milchnahrung

Das Wasser

Fast überall in Deutschland ist das Trinkwasser so gut, dass es für Babynahrung verwendet werden kann. Erkundigen Sie sich trotzdem vorab bei Ihrem Wasserversorger oder Vermieter, wie die Qualität in Ihrer Region und den Wasser­leitungen im Haus ist. Ansonsten können Sie für die Zubereitung der Milch stilles Mineralwasser verwenden, auf dem der Zusatz „für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet“ zu finden ist. Ein spezielles Babywasser ist nicht nötig, es schadet aber auch nicht.

Temperatur

Ist das Trinkwasser von guter Qualität, muss es auch nicht unbedingt abgekocht werden. Um auf der sicheren Seite zu sein, wird es dennoch für die ersten 6 Monate empfohlen. Kochen Sie schon morgens die Menge vorrätig für den ganzen Tag ab. Einen Teil füllen Sie in die Thermoskanne, einen anderen lassen Sie abkühlen. So können Sie immer die richtige Temperatur mischen. Perfekt ist das Fläschchen, wenn es etwa 37°C, also Körpertemperatur, hat. Testen Sie die Temperatur auf der Innenseite Ihres Handgelenks. Empfinden Sie es dort als heiß, sollten Sie das Fläschchen noch ein bisschen abkühlen lassen (zum Beispiel unter kaltes Wasser halten). Sie können das abgekochte Wasser auch gleich in die Fläschchen füllen und bei Bedarf in einem Fläschchenwärmer erwärmen. In diesem Fall müssen Sie das Wasser auf 40 bis 50 Grad erwärmen, damit sich das Pulver besser löst, und es anschließend gut abkühlen lassen.

Fläschchen mischen

Füllen Sie immer zuerst etwa zwei Drittel der Wassermenge ins Fläschchen. Geben Sie das Milchpulver dazu, verschließen die Flasche und schütteln kräftig, bis sich das Pulver komplett gelöst hat. Nun können Sie bis zur gewünschten Menge mit weiterem heißem oder kaltem Wasser auffüllen. Andersherum kann das Pulver am Boden haften bleiben und sich nicht vollständig auflösen.

Lagerung von Milchnahrung

Lagern Sie die Milchnahrung trocken, bei Raumtemperatur und vor Licht geschützt. Die meisten Milchpulver sind bereits in lichtundurchlässigen Beuteln oder Dosen. Verschließen Sie die Beutel mit einem Clipverschluss, damit das Pulver keine Feuchtigkeit ziehen kann, dadurch verklebt oder sich Bakterien oder Schimmelpilze ausbreiten können.

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Mit Fläschchenkind unterwegs

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Ist man mit Baby unterwegs, muss man bei Fläschchenkindern an vieles denken:

Genügend Fläschchen dabei?

Überlegen Sie vorab, wie lange Sie unterwegs sind und wie oft das Baby voraussichtlich Hunger haben wird. Berücksichtigen Sie auch, ob Sie die Utensilien unterwegs reinigen können oder ob Sie möglicherweise mehrere Fläschchen mitnehmen müssen.

Genügend Milchpulver dabei?

Wenn Sie einige Stunden unterwegs sind, können Sie das Milchpulver portionieren und in kleinen Dosen oder Beutelchen mitnehmen. Bei längeren Reisen oder im Urlaub sollten Sie sichergehen, dass Sie genügend Milchpulver einpacken oder unterwegs für Nachschub mit derselben Marke sorgen können. Denn hat sich ein Baby erstmal an den Geschmack seiner Milch gewöhnt, trinkt es möglicherweise Milch anderer Hersteller nicht.

Genügend Wasser dabei?

Auch unterwegs sollten Sie eine Thermoskanne mit heißem und eine Flasche mit kaltem Wasser dabei haben, um das Fläschchen schnell mischen zu können.

Für Hygiene gesorgt?

Aus hygienischen Gründen ist es nicht zu empfehlen, fertig angerührte Fläschchen für die ganze Zeit des Ausflugs in einer Thermoshülle für Kinderfläschchen mitzunehmen. Gegebenenfalls kann für unterwegs fertig gemischte Säuglingsnahrung in Tetra Paks gekauft werden. Diese muss aber noch erwärmt werden.

Überlegen Sie bevor Sie losfahren, ob und wo Sie die Fläschchen reinigen und gegebenenfalls sterilisieren können. Gerade unterwegs, wenn das Fläschchen nach der Mahlzeit nicht gleich gespült werden kann, sind eine sorgfältige Reinigung zu einem späteren Zeitpunkt und eine regelmäßige Sterilisation notwendig. Bei gröberer Verschmutzung oder Verklebung kann die Flasche mit Salz gereinigt werden. Dazu werden etwa ein bis zwei Esslöffel Salz in die trockene Flasche gefüllt, verschlossen und kräftig geschüttelt. Anschließend kann etwas Wasser dazu gegeben und nochmals kräftig geschüttelt werden. Nun noch gut mit klarem Wasser nachspülen, damit keine Salzreste mehr im Fläschchen bleiben.

Verdauungs­probleme – wenn das Baby Bauchweh hat

Viele Babys bekommen nach dem Trinken Bauchweh. Sie ziehen die Beinchen an, winden sich oder weinen. Ist das normal? Liegt es an der Milch? Natürlich fragen Sie sich als Eltern, ob mit dem kleinen Würmchen alles in Ordnung ist und warum es offenbar so leiden muss. Seien Sie beruhigt – in den meisten Fällen sind die Bauchschmerzen und Blähungen ganz normal.

Die kindliche Darmflora muss sich in den ersten Lebenswochen erst an die Aufnahme von Nahrung gewöhnen – in Mamis Bauch befand sich ja nur Fruchtwasser im Darm – und die hilfreichen Bakterien müssen in den Darm einziehen und ihre Arbeit aufnehmen. So heißt es nicht unbedingt, dass Fläschchen­kinder mehr oder weniger mit Bauchweh zu kämpfen hätten als gestillte Kinder.

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Dennoch gibt es Möglichkeiten, wie Sie Ihr Baby ein bisschen unterstützen können:

Passt die Saugergröße?

Prüfen Sie, ob die Saugergröße für die von Ihnen verwendete Milchnahrung passt. Wählen Sie lieber eine etwas kleinere Öffnung, damit das Kind nicht so viel Luft schluckt. Fließt die Milch selbst mit der kleinsten Größe noch zu schnell (das kann bei der dünnflüssigen Pre-Milch der Fall sein), versuchen Sie einen Tee-Sauger. Im Handel gibt es spezielle Flaschen und Anti-Kolik-Sauger, die das Schlucken von Luft verhindern sollen. Aber selbst wenn das Kind kaum Luft schluckt, kann sich die Verdauung der Milch unangenehm bemerkbar machen. Indem Sie dem Fläschchen bei jedem Ansaugen einen Gegenzug geben, es also leicht vom Kind wegziehen, können Sie langsameres Trinken fördern und somit das Schlucken von Luft verhindern.

Bäuerchen nicht vergessen

Das Schlucken von Luft erzeugt – jeder von uns kennt das von kohlensäurehaltigen Getränken – Druck im Magen. Helfen Sie Ihrem Baby dabei, nach der Mahlzeit diese Luft mit einem Bäuerchen wieder loswerden zu können. Ob das während dem Trinken, sofort danach oder erst nach einigen Minuten klappt, ist von Kind zu Kind verschieden. Manche Kinder müssen (anfangs) sogar alle 30 bis 60 Sekunden aufstoßen – durch viele kleine Bäuerchen-Pausen kann sich die Nahrung langsam im Bauch verteilen und das Kind gewöhnt sich ein gemächlicheres Trinken.

Großen Hunger vermeiden

Wenn Ihr Baby einen guten Trinkrhythmus hat, bereiten Sie das Fläschchen schon vor, solange das Kind noch zufrieden ist. Denn während der Wartezeit auf das Fläschchen, die meist mit Schreien gefüllt wird, schluckt das Kind viel Luft, die dann im Bauch drückt. Außerdem – auch das kennen wir von uns – isst und trinkt man hastiger, wenn Hunger und Durst bereits sehr groß sind.

Bauchmassage und Kuschelzeit

Wenn das Baby Bauchschmerzen hat, braucht es vor allem das Gefühl, nicht allein zu sein. Holen Sie Ihr Baby zu sich und kuscheln Sie nach dem Trinken ausgiebig. Vielen Babys tut auch eine sanfte Massage des Bauches gut. Dadurch können Sie den Darminhalt regelrecht anschieben. Häufig löst sich dann auch die Luft und das Baby kann pupsen oder die Windel füllen, was ihm Erleichterung bringt. Wichtig bei der Bauchmassage ist, dass Sie vorsichtig und mit wenig Druck beginnen.

Je nachdem wie Ihr Baby reagiert, können Sie den Druck auf die Bauchdecke erhöhen. Streichen Sie bei jüngeren Babys mit drei Fingern oder bei Kindern ab etwa sechs Monaten auch mit den Handballen immer im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel herum. Die Richtung ist wichtig, da der Darm in dieser Richtung verläuft und Sie mit der Massage den Transport im Darm unterstützen können. Unterstützend können Sie für die Massage ein Babybäuchlein-Öl verwenden. Die ätherischen Öle aus Fenchel, Anis und Kümmel helfen dabei die Verkrampfung des Bauches zu lösen. Manchen Babys hilft es auch, wenn Sie es hinlegen, die Füßchen in die Hände nehmen und die Beine immer wieder langsam Richtung Bauch beugen.

Tropfen und Zäpfchen gegen Blähungen

In der Apotheke gibt es Tropfen mit dem Wirkstoff Simeticon. Er bewirkt, dass die Gasbläschen im Darm platzen und dadurch leichter entweichen können. Beachten Sie unbedingt die Dosierungs- und Anwendungshinweise und halten Sie immer Rücksprache mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Kinderarzt. Alternativ können auch pflanzliche Kümmelzäpfchen probiert und bestenfalls chemischen Medikamenten vorgezogen werden.

Milchnahrung für sensible Bäuche

Sollten die Beschwerden das Wohlbefinden des Babys sehr beeinträchtigen und es nach jeder Mahlzeit starke Bauchschmerzen haben, sprechen Sie bitte mit Ihrer Hebamme oder dem Kinderarzt. Eventuell ist eine Sensitive Milchnahrung sinnvoll.

Durchfall oder Verstopfung

Der Stuhlgang muss sich ebenfalls in den ersten Wochen regulieren. Dabei können unterschiedliche Farbtöne und Konsistenz auftreten. Am häufigsten ist der Stuhlgang gelb bis lehmfarben und breiig. Auch in der Häufigkeit unterscheiden sich Babys sehr – manche machen mehrmals täglich die Windel voll, andere bis zu mehreren Tagen gar nicht. Solange das Kind fidel ist, gut gedeiht und zunimmt, müssen Sie sich keine Gedanken machen. Sollte sich das Kind beim Stuhlgang aber sehr plagen, die Konsistenz sehr fest oder sehr wässrig und übelriechend sein, suchen Sie bitte den Kinderarzt auf. Fläschchenkinder, die länger als drei Tage keinen Stuhlgang haben, sollten der Hebamme oder dem Kinderarzt vorgestellt werden, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

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Do’s and Don´ts

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Alle Eltern entwickeln eigene Tricks und Routinen, um mit den individuellen Bedürfnissen ihres Babys zurecht zu kommen. Manchmal schleichen sich dabei auch Dinge ein, die nicht immer empfehlenswert sind. Hier ein paar Do’s and Don’ts für den Alltag mit Baby:

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Do’s

Kuscheln tut gut

Gestillte Kinder bekommen automatisch viel Körperkontakt. Dieser Körperkontakt ist für alle Babys wichtig und sie genießen innige Zeiten mit Mama und Papa sehr. Gönnen Sie sich und Ihrem Baby daher regelmäßige Kuschelzeiten mit viel Hautkontakt. Dadurch wird bei Mama oder Papa und beim Kind das wichtige Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet – eine Wohltat für die Seele!

Wechselseitige Handhaltung

Jeder Mensch hat eine Lieblingsseite. Vielleicht halten Sie das Baby beim Fläschchen geben immer im selben Arm? Achten Sie einmal darauf und wechseln Sie regelmäßig ab. Die wechselseitige Haltung regt die Bildung der Synapsen im Gehirn an.

Zügiges Entwöhnen von der Flasche

Das Fläschchen ist praktisch – vor allem, sobald Kinder es selbst halten können. Aber gegen Ende des ersten Lebensjahres können Kinder damit beginnen, aus dem Becher zu trinken. Auch wenn anfangs immer wieder einmal etwas danebengeht, sollten Sie das fördern und das Kind möglichst zügig von der Flasche entwöhnen. Das ist nicht nur für die Zähnchen und den Kiefer besser, sondern fördert auch die motorische Entwicklung.

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Dauernuckeln

Für die neu heranwachsenden, kleinen Zähnchen ist Dauernuckeln am Fläschchen die Garantie für zahlreiche unangenehme Zahnarztbesuche. Dabei ist es übrigens egal, was in der Flasche ist. Alle Getränke, die Zucker enthalten (Milch und Saftschorlen) schädigen die empfindlichen Milchzähne sehr schnell. Aber auch, wenn die Zähne ständig von Wasser oder Tee umspült werden, leidet der Zahnschmelz und Kariesbakterien haben ein leichtes Spiel. Daher geben Sie Ihrem Kind eine Flasche, wenn es Milch oder andere Getränke trinkt, nehmen Sie diese aber auch anschließend wieder weg.

Milch selbst herstellen/modifizieren

Rezepte für Babybreie gibt es viele gute. Doch absolut abzuraten ist davon, Milch für das Baby selbst anzumischen, herzustellen oder zu modifizieren. Das kann sogar gesundheits- bis lebensgefährlich sein. Hinter der Entwicklung von Säuglingsmilch steckt viel Forschung und Testung, es gibt zahlreiche Richtlinien und Qualitätskriterien. Bitte verlassen Sie sich auf Qualitätskriterien, welche die Produkte bestehen müssen, bevor sie überhaupt für den Verkauf zugelassen werden.

Keine Kuhmilch für Babys

Im ersten Lebensjahr sollten Babys keine Kuhmilch zum Trinken bekommen. Diese enthält im Verhältnis sehr viel Eiweiß, das die Nieren des Kindes belasten kann. Die Aufspaltung der Eiweiße im Darm ist vor dem ersten Geburtstag nicht oder nur erschwert möglich. Auch fehlen in Kuhmilch viele Nährstoffe und Vitamine, die in der Säuglingsnahrung enthalten sind. Liegt keine Allergie oder Unverträglichkeit vor, kann mit der Beikost der Milchbrei mit Kuhmilch angerührt werden. Ab etwa dem ersten Geburtstag darf auch Milch getrunken werden. Aber auch hier gilt wegen des hohen Proteinanteils: in Maßen.

Fläschchen nach dem Zähneputzen

Wichtig ist, die Zähnchen von Beginn an zu putzen. Das bedeutet auch, dass das Fläschchen am Abend vor dem Zähneputzen gegeben werden soll. Natürlich ist es bequem, das Baby ins Bett zu legen und das Fläschchen zu geben, denn oftmals schlafen die Kleinen dabei ein. Aber denken Sie bitte daran, dass der Milchzucker die ganze Nacht Zeit hat, sich an den frischen Zähnen zu schaffen zu machen.

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Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen viele Fragen beantwortet zu haben. Doch letztendlich gibt es kein Richtig oder Falsch. Nur Sie können am besten die für Ihre Familien­situation und Ihr Baby ideale Kombination der unterschiedlichen Elemente finden. Dabei hilft nur Ausprobieren, bei Unsicherheit kompetente Hilfe bei der Hebamme oder dem Kinderarzt holen und eine gehörige Portion Gelassenheit.

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Wir wünschen Ihnen eine glückliche
Milch- und Babyzeit!

Mit freundlicher Unterstützung von

Dr. Christine Hutterer, Autorin
Elisabeth Bräundl, Hebamme