Fahrradanhänger

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Mit einem Fahrradanhänger kannst du je nach Modell bis zu zwei Kinder bequem mit dem Fahrrad mitnehmen. Du kannst Fahrradtouren mit der ganzen Familie unternehmen, Gepäck unterbringen oder mal schnell einen Einkauf erledigen. Deine Kinder haben es bequem und sind geschützt vor Wind und Wetter. Sie können ein kleines Spielzeug mitnehmen und ihren Kopf gut zum Schlafen anlehnen. Dies macht die Fahrt kurzweilig und ermöglicht Ihnen so längere Touren - eine gute Alternative zum Kinderfahrradsitz.

Durch die Umrüstbarkeit des Fahrradanhängers bist du sehr flexibel – er kann zu mehrfachen sportlichen Zwecken oder auch als Alternative zu einem Geschwisterwagen bei Kindern mit geringem Altersunterschied genutzt werden.

Besonders bei Steigungen kann das Fahrradfahren mit Anhänger jedoch schnell ein sportliches Erlebnis werden. Übe nach dem Kauf das Rangieren mit dem Anhänger zunächst ohne Kind, aber mit ordentlich Gepäck an Bord. Dann bist du gut vorbereitet, wenn du einmal rückwärts fahren, bremsen oder wenden musst.

In der Anschaffung ist der Fahrradanhänger deutlich teurer als ein Kinderfahrradsitz. Für ein gutes Modell zahlst du ab 500 Euro und mehr.


Ab welchem Alter eignet sich ein Fahrradanhänger für mein Kind?

Tendenziell sind Fahrradanhänger für Kleinkinder ab etwa zehn Monaten geeignet. Abhängig von der Größe und dem Gewicht des Kindes, lässt sich ein Anhänger bis zum siebten Lebensjahr nutzen. Verfügt der Anhänger über einen speziellen Schalensitz, dann dürfen auch schon Säuglinge mitfahren. Experten empfehlen die Mitnahme im Fahrradanhänger jedoch erst ab einem halben Jahr. Wenn du den Anhänger als Kinderwagen nutzt, kannst du dein Baby auch schon ab Geburt mitnehmen. Oft lässt sich eine solche Babyschale zusätzlich montieren.

Gerade wenn du ältere Kinder im Anhänger mitnimmst, solltest du das zulässige Gesamtgewicht nicht außer Acht lassen - ein vollbeladener Fahrradanhänger darf in der Regel maximal 40 Kilogramm wiegen.

Der Fahrer muss mindestens 16 Jahre alt sein, um einen Anhänger ziehen zu dürfen.


Einsitzer oder Zweisitzer?

Beim Kauf eines Fahrradanhängers für Kinder hast du die Wahl zwischen Einsitzern und Zweisitzern.

Ein Einsitzer ist schmaler und dementsprechend platzsparender, wenn er beispielsweise in der Garage geparkt wird. Der Nachteil: Es gibt weniger Stauraum für Gepäck und es besteht keine Möglichkeit einen Freund, eine Freundin oder ein Geschwisterkind mitzunehmen.

Wenn du flexibel sein möchtest und deine Kinderplanung noch nicht abgeschlossen ist, bietet sich die Anschaffung eines Zweisitzers an. Dieser besteht entweder aus einer Sitzbank oder zwei ausgeformte Schalensitzen.


Für besonders aktive Eltern gibt es spezielle Modelle, die sich multifunktional umrüsten lassen. So kannst du nicht nur Rad- und Mountainbike fahren, sondern den Fahrradanhänger zum Beispiel zum Kinderwagen umbauen. Anstelle der Deichsel, die Fahrrad und Anhänger verbindet, befestigst du ein Vorderrad. Viele Modelle bieten ein kleines, schwenkbares Rad zum Schieben als Kinderwagen und ein großes Rad (feststehend) zum Joggen an. Auf der gegenüberliegenden Seite bringst du den Griff an, der auch in der Fahrradanhängerfunktion montiert bleiben kann. In einem so umgebauten Anhänger kannst du mit deinem Kind auch joggen oder zum Einkaufen gehen.

Spezielle Modelle lassen sich sogar so umrüsten, dass sie beim Skilanglaufen genutzt werden können. Es wird ein Geschirr befestigt, mit dessen Hilfe du den Anhänger hinter sich herziehst. Für den Skilanglauf können die Räder durch Kufen ersetzt werden.


Worauf ist vor dem Kauf zu achten? - Voraussetzungen für dein Fahrrad

  • Lese in der Bedienungsanleitung nach oder erkundige dich beim Hersteller, ob dein Fahrrad geeignet ist, einen Anhänger mit einem Gewicht von mindestens 40 Kilogramm zu ziehen.

  • Dein Fahrrad sollte außerdem über einen stabilen Fahrradrahmen verfügen. Die Rohre dürfen nicht zu dünn sein, denn dort findet die Universalkupplung keinen Halt.

  • Wichtig sind zudem zwei solide Bremsen, die unabhängig voneinander wirken. Für eine gute Fahrstabilität sollte der Anhänger möglichst tief am Fahrrad angekuppelt werden.

  • Damit du den Anhänger und dein Kind stets gut im Blick hast, empfiehlt sich ein Rückspiegel am Fahrrad. Mit einer mehrgängigen Schaltung fährst du leichter an und meistern sogar Steigungen.


Checklisten: Ausstattung & Sicherheit

Checkliste: Ausstattung beim Fahrradanhänger

  • ✔ Bodenwanne
    Die Bodenwanne sollte stabil sein. Bei Bodenwannen aus Stoff besteht die Gefahr, dass dein Kind sich bei der Fahrt über unebene Wege verletzt. Verfügt der Anhänger über eine Metallplatte, kannst du außerdem schweres Gepäck oder Einkäufe transportieren. Jedoch wird es für dich als Fahrer deutlich anstrengender, da du drei bis fünf Kilo mehr ziehen musst.

  • ✔ Federung
    Generell solltest du holprige Strecken und Schlaglöcher mit einem Fahrradanhänger vermeiden. Die Stöße übertragen sich auf die Wirbelsäule des Kindes und belasten bei längerer Dauer seinen Rücken. Der Anhänger sollte deshalb ausreichend gefedert sein, um deinem Kind den größtmöglichen Sitzkomfort zu bieten und Schädigungen der Wirbelsäule zu vermeiden.

  • ✔ Kupplung
    Der Knickwinkel der Kupplung sollte mindestens 40 Grad betragen. So bist du auch mit Anhänger flexibel, kannst ohne Probleme rangieren oder wenden und auch bei einem Sturz kann der Anhänger nicht mitgerissen werden.

  • ✔ Belüftung
    Besonders wichtig ist eine gute Belüftung, damit die Abgase aus dem Straßenverkehr wieder nach draußen geleitet werden. Das Moskitonetz und eventuell vorhandene Lüftungsöffnungen sorgen dafür, dass die Luft zirkulieren kann.

  • ✔ Zubehör
    Prüfe, welches Zubehör bereits in der Ausstattung inkludiert ist. Bei manchen Anhängern musst du zum Beispiel ein Regenverdeck, Außenleuchten, Kopfstützen und Alternativkupplung zur Benutzung an unterschiedlichen Fahrrädern dazu kaufen.

Checkliste: Sicherheit beim Fahrradanhänger

  • ✔ Sicherheitsanforderungen
    Achte darauf, dass der Fahrradanhänger nach der DIN EN 15918 konstruiert und geprüft ist. Nur dann erfüllt er die sicherheitstechnischen Anforderungen. Die entsprechende Kennzeichnung solltest du außen am Anhänger gut erkennen.

  • ✔ Anschnallvorrichtung
    Der Anhänger muss über einen Fünf-Punkt-Sicherheitsgurt für jedes Kind verfügen. Fährt nur ein Kind im Zweisitzer mit, setze es auf die in der Beschreibung empfohlenen Seite.

  • ✔ Beleuchtung
    Wir empfehlen folgende Beleuchtung am Anhänger: zwei rote Reflektoren, ein großer Reflektor und eine rote Schlussleuchte nach hinten wirkend. Nach vorn wirkend zwei weiße Reflektoren und bei Zweisitzern mindestens eine Leuchte vorne links. Einige Modelle sind bereits mit gelben Seitenstreifen oder im Dunkeln leuchtende Felgen ausgestattet. Ist beides nicht der Fall, müssen separate Reflektoren am Gestell des Anhängers oder in den Radspeichen angebracht werden. Mit einem herausragenden Anhänger-Wimpel machst du zusätzlich auf dich aufmerksam.

  • ✔ Maße
    Um die größtmögliche Sicherheit für deine Kinder zu gewährleisten, empfiehlt es sich, eine Höhe von 1,40 Metern und eine Länge von zwei Metern nicht zu überschreiten. Ein Fahrradanhänger darf nach gesetzlicher Vorgabe nicht breiter als ein Meter sein.

  • ✔ Gewicht
    Verfügt der Anhänger über kein eigenes Bremssystem, liegt die Obergrenze im beladenen Zustand bei 40 Kilogramm. Anhänger, die mit einem eigenen Bremssystem ausgestattet sind, dürfen nicht schwerer als 80 Kilogramm sein. Informiere dich über das zugelassene Gesamtgewicht sowie das Eigengewicht des Anhängers in der Bedienungsanleitung des jeweiligen Herstellers.

  • ✔ Feststellbremse
    Eine Feststellbremse sorgt für zusätzliche Sicherheit, wenn du den Anhänger zum Beispiel im Gefälle abstellst oder Ihn als Kinderwagen nutzt.

  • ✔ Rahmen und Verarbeitung
    Prüfen, ob der Rahmen des Anhängers leicht, aber stabil ist und einen geschützten Innenraum bildet. Achte dabei auch auf die Verarbeitung. Es dürfen keine scharfkantigen Teile abstehen, Ecken und Kanten müssen abgerundet sein, damit sich dein Kind nicht verletzen kann. Prüfe den Anhänger auf schadstofffreie Materialien.

  • ✔ Stabilität
    Stelle sicher, dass der Fahrradanhänger nicht kippt. Dafür sollte der Schwerpunkt möglichst niedrig liegen, und die Räder sollten mindestens 20 Zoll groß sein (etwa 50 Zentimeter im Durchmesser).

  • ✔ Wichtiges Zubehör – Fahrradhelm
    Auch wenn dein Kind im Fahrradanhänger angegurtet ist – sorge dafür, dass es einen Fahrradhelm trägt. Der Helm sollte nach der Norm DIN EN 1078 geprüft und entsprechend gekennzeichnet sein.


Sicherheit und Qualität erkennen – Testergebnisse

Der ADAC hat zuletzt 2010 verschiedene Fahrradanhänger nach folgenden Kriterien bewertet: Fahreigenschaft, Komfort für das Kind, Handhabung, Sicherheit, Haltbarkeit und Schadstoffe im Material. Bei einigen Anhängern stellte sich heraus, dass Sitzpolster, Seitenstoffe, Gurte und Regenschutz zum Teil chemische Substanzen enthalten, die der Gesundheit deines Kindes schaden könnten. Einige Hersteller bemühen sich inzwischen um Nachbesserungen.

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