Nahrungsergänzung: Vitamine und Mineralstoffe für Mutter und Kind

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Essen in der Schwangerschaft kann so genussvoll sein. Dein Körper weiß meistens sehr gut, was du und dein Kind an Nährstoffen wirklich brauchen. Selten funktioniert die Intuition so sicher wie während der Schwangerschaft. Deswegen kannst du deinen Gelüsten ruhig mal nachgeben, sei es Matjes mit Sahne oder Marmelade mit Senf. Genieße es und gönn dir etwas. Alles ist erlaubt, solange deine Tagebilanz im Rahmen bleibt, du dich wohlfühlst, das Essen gut verträgst und das Gewicht sich normal entwickelt. Und da wären wir auch schon beim Thema…

Muss ich für zwei essen?

Nein! Du brauchst nur circa 200-250 Kalorien am Tag mehr, aber ein Vielfaches an Nährstoffen, zum Teil bis 100 Prozent der sonstigen Dosis. Schwangere Frauen benötigen nicht doppelt so viel Essen, dafür aber doppelt so gutes.


Diese Nährstoffe sind besonders wichtig:

Für dein Baby sind viele Vitamine, Nährstoffe und Spurenelemente wichtig, um sich entwickeln und wachsen zu können.

Calcium:

…ist für den Knochenaufbau nötig. Du bekommst es über Milchprodukte, Broccoli, Fenchel, Spinat oder calciumreiches Mineralwasser. Bei der Veranlagung zu Neurodermitis ist es überlegenswert, auf Ziegenmilch umzusteigen.

Folsäure:

…braucht dein Baby für das Zellwachstum, für die kindliche Wirbelsäule und zur Vermeidung von Neuralrohrdefekten. Sie ist zum Beispiel in Vollkornprodukten, Erbsen und Soja enthalten, um nur ein paar Lebensmittel zu nennen. Allerdings sollte Folsäure in den ersten drei Monaten, besser noch in der gesamten Schwangerschaft, als Nahrungsergänzung zugeführt werden, um einen ausreichende Versorgung zu gewährleisten.

Eisen:

…ist für die Blutbildung unerlässlich. Es ist in Fleisch und Fisch enthalten. Der Arzt kontrolliert den Blutfarbstoff. Ist er zu niedrig, muss Eisen ersetzt werden. Oft wird dabei pflanzliches Eisen besser vertragen als Eisentabletten.

Ballaststoffe:

…Iss viel frisches Obst und Gemüse. Auch da empfiehlt sich natürlich Bioqualität. Dann hast du genügend Ballaststoffe und tust etwas für deine Verdauung, mit der viele Frauen in der Schwangerschaft zu kämpfen haben.


Darauf solltest du verzichten:

Ganz weglassen musst du auf jeden Fall Alkohol und Nikotin. Beides schadet dem ungeborenen Kind. Auch schon kleine Mengen Alkohol können zu Entwicklungs- und Hirnleistungsstörungen führen. Nikotin verschlechtert die Durchblutung der Placenta und kann zu Unterversorgung des Kindes führen.


So verhinderst du Heißhungerattacken:

Wenn du mehrere kleine Mahlzeiten zu dir nimmst, reduzierst du Heißhungerattacken. Außerdem werden du und dein Kind gleichmäßig mit Nährstoffen versorgt; du leidest weniger an Sodbrennen.

Die richtige Ernährung gegen Schwangerschaftsbeschwerden:

Schwangerschaftsbeschwerden lassen sich erfolgreich mit bestimmten Nahrungsmitteln behandeln. Dein Arzt und deine Hebamme können dir dazu Tipps geben. Auch bei zu schneller Gewichtszunahme kannst du mit ihnen einen passenden Ernährungsplan zusammenstellen.


Viel Trinken!

Du brauchst viel Flüssigkeit, mindestens 1,5 Liter am Tag, möglichst viel Wasser, ungesüßte Tees und verdünnte Säfte, Limonade und andere Softdrinks eher ausnahmsweise und Kaffee und Schwarztee in kleinen Dosen.

Als Ärztin weiß ich, dass die meisten Frauen ein gutes Gefühl haben, was ihnen in der Schwangerschaft bekommt, und sich darauf verlassen. Bei allen Essenstipps vergiss nicht die Freude am Essen. Denn deinem Kind geht es auch besser, wenn du glücklich und zufrieden bist.


Ernährung während der Stillzeit

In der Stillzeit braucht eine Frau mehr Nährstoffe, Energie und Wasser, als wenn sie nicht stillt: Es sind etwa 400-500 Kalorien pro Tag, mehr Eiweiß, Vitamine und Spurenelemente.


„Ausgewogen“ heißt das Zauberwort!

Eine stillende Mama muss also mehr essen, soll sich aber ausgewogen ernähren, damit ihr Kind über die Milch alle wichtigen Nährstoffe erhält. Dabei sollten auch hier Obst, Gemüse und Vollkornprodukte im Vordergrund stehen, aber natürlich gehören auch Milch, Fleisch und Fisch sowie Öle auf den Nahrungsplan.


Was ist als Vegetarier oder Veganer zu beachten?

Eine vegetarische Ernährung ist möglich, wenn die Frau auf eine ausreichende Eisen- und Eiweißzufuhr achtet. Eine vegane Ernährung ist wegen Eiweiß, Vitamin B12, Eisen, Calcium und Zink schon schwieriger. Eventuell müssen diese Stoffe ersetzt werden, da sonst beim Kind Schäden entstehen können.

Das unterstützt die optimale Entwicklung des kindlichen Gehirns:

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind für die optimale Entwicklung des kindlichen Gehirns wichtig. Deshalb rate ich 2-3 Mal pro Woche fettreichen Seefisch wie zum Beispiel Lachs, Makrele, Hering und ferner wertvolle Öle wie Oliven-, Lein- und Rapsöl zu sich zu nehmen. Jod sollte zugeführt werden, eventuell kann auch eine Nahrungsergänzung von der Schwangerschaft fortgesetzt werden.


Milchprodukte nur in Maßen statt Massen

Kuhmilchprodukte sollte die stillende Frau nicht mehr als in der Schwangerschaft wegen möglichen Allergien beim Kind zu sich nehmen - Kalzium kann auch durch Gemüse wie Brokkoli oder Nüsse, wie Mandeln zugeführt werden. Insgesamt erkranken voll gestillte Kinder jedoch seltener an Allergien.


Was ist mit blähenden Nahrungsmitteln?

Das Gerücht, dass blähende Nahrungsmittel beim Kind auch Blähungen auslösen, ist nicht bewiesen. Allerdings sollte die Mutter beobachten, was ihr Kind gut verträgt und was nicht. Jedes Kind ist anders und reagiert auch anders auf bestimmte Lebensmittel. Meistens spielen sich Mutter und Kind gut aufeinander ein. Der Körper holt sich die Stoffe für die Milch, welche das Kind braucht. Liegt eine Unterversorgung vor, geht es meist auf Kosten der Mutter.


Abnehmen in der Stillzeit

In der Stillzeit sollten keine Diäten gemacht werden. Eine bewusste Gewichtsabnahme ist zu vermeiden, da sich sonst Schadstoffe aus dem Fettgewebe der Frau lösen, in die Muttermilch übergehen und dem Kind schaden können. Wenn sich die Frau normal und gesund ernährt, verliert sie meist trotzdem etwas Gewicht, was aber ungefährlich ist. Bei einer Kalorienzufuhr unter 1500 schränkt sich zudem die Milchproduktion ein.


Viel Trinken heißt die Devise - und was?

Auch der Flüssigkeitsbedarf nimmt zu. Allerdings spürt das die Frau am Durstgefühl. Auch hier stehen Wasser, Tee und ungesüßte Fruchtsäfte im Vordergrund. Softdrinks sollten wegen des Zuckers und der chemischen Zusatzstoffe reduziert werden. Die stillende Mutter muss aber nicht mehr trinken, als sie Durst hat, da sich sonst die Milchmenge reduziert. Kaffee ist in Maßen erlaubt, Alkohol und Zigaretten nicht. Beim Essen und Trinken sollte die Frau darauf achten, was sie und ihr Baby gut vertragen. Oft muss man es einfach probieren.


So erkennst du Unverträglichkeiten

Treten beim Kind Durchfälle, Koliken, Erbrechen oder Hautausschläge oder ein wunder Po auf, kann das Hinweis auf eine Unverträglichkeit sein. Dann bitte den Kinderarzt, die Hebamme oder Stillberaterin aufsuchen und auf die Nahrungsmittel verzichten.