Nähte und Blutergüsse nach der Geburt
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Arztgeprüft

Nähte und Blutergüsse nach der Geburt

Hygiene und Wundpflege helfen bei der Heilung - Blutergüsse und Nähte nach der Geburt sind keine Seltenheit. Wird Ihr Kind per Kaiserschnitt geholt, muss die Wunde selbstverständlich vernäht werden. Bei einer natürlichen Geburt kann es zu einem Dammschnitt oder -rissen kommen.

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von Dr. Verena Breitenbach
Do, 07/17/2014 - 17:01 Fri, 02/01/2019 - 08:52

Nähte nach der Geburt

Ein Dammschnitt kann erforderlich sein, um die vaginale Geburt zu erleichtern und die Beckenbodenmuskulatur zu entlasten. Vor allem bei einer Steißgeburt, wenn das Baby mit dem Kopf zuletzt kommt, lässt sich ein Dammschnitt meist nicht vermeiden, aber auch, wenn sich das Kind in Kopflage befindet und im Verhältnis zum Geburtsweg sehr groß ist, kann ein Dammschnitt erforderlich sein.

Wird kein Schnitt durchgeführt, können im Verlauf der Geburt kleinere oder größere Risse im Damm- oder Scheidenbereich entstehen.

Ein Dammschnitt muss nach der Geburt vernäht werden, bei Rissen kommt es auf die Größe an. Das Nähen erfolgt unter lokaler Betäubung und ist daher nicht schmerzhaft. Wohl aber können Frauen anschließend Probleme mit der Naht haben.

Rissverletzungen sind weiterhin im Scheidenbereich möglich, hier müssen nur größere Risse genäht werden. In selteneren Fällen stellen sich während der Geburt Verletzungen am Muttermund und dem Gebärmutterhals ein. Diese können stark bluten und werden dann ebenfalls vernäht.

Kommt Ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt, wird die Wunde durch den Schnitt am Unterleib anschließend durch eine Naht geschlossen.

Bluterguss nach der Geburt

Der Kopf ist der größte Körperteil des Babys. Durch sein Austreten wird der Geburtsweg so weit geöffnet, dass der übrige Körper leichter nachrutscht. Das Gewebe im Vaginalbereich wird gedehnt, es können Blutgefäße beschädigt werden. Das Blut fließt dann in das umliegende Gewebe, dieses schwillt an und es bildet sich ein Hämatom.

Ein Hämatom nach der Geburt ist nicht immer sichtbar, äußert sich aber meist in Schmerzen beim Sitzen, Laufen oder Wasserlassen sowie einem unangenehmen Druck auf den Darm, was sich beim Stuhlgang als problematisch erweisen kann.

Wird das Kind mithilfe einer Zange oder Saugglocke geholt und dadurch Druck auf den Damm ausgeübt, sind ebenfalls Blutergüsse möglich. Bei einem Dammschnitt oder größeren Dammrissen können durch das Nähen im Bereich der Stiche derartige Verletzungen auftreten.

Hämatome bilden sich in der Regel selbst wieder zurück. Andernfalls oder bei besonders starken Beschwerden kann der Arzt Medikamente verschreiben, die das Abschwellen unterstützen. Im Extramfall hilft ein operativer Eingriff, bei dem das Gewebe geöffnet und die Blutansammlung entfernt wird.

Das kann insbesondere sinnvoll sein, wenn das Hämatom Probleme beim Stuhlgang verursacht: Drückt es auf den Darm, kann das Gewebe beim Austreten des Stuhls verletzt werden, wodurch es zu Blutungen kommt.

Umgang mit Geburtsverletzungen

Nähte und Blutergüsse können Probleme bereiten, müssen aber nicht. Ob Beschwerden auftreten, ist unter anderem von der Größe der Verletzung abhängig. Wichtig ist vor allem, Nähte sauber zu halten, um Infektionen zu vermeiden. Um Beschwerden zu lindern und die Heilung zu unterstützen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Viele Frauen lindern Beschwerden mit einfachen Mitteln wie kaltem Wasser, Eisbeuteln, kalten Quarkkompressen oder Gelkompressen. Neben Medikamenten wie beispielsweise Paracetamol gibt es pflanzliche und homöopathische Mittel, um Schmerzen zu lindern. Diese haben den Vorteil, dass Sie sich wegen des Stillens weniger Gedanken machen müssen.

So kann Arnika in Form von Globuli eingenommen oder wie auch Calendula als Salbe aufgetragen werden. Calendula und Arnika bieten sich neben Kamille außerdem als Tinktur für Sitzbäder an. Derartige Mittel sollen den Heilungsprozess nach dem Nähen beschleunigen und die Schwellung bei einem Bluterguss nach der Geburt abklingen lassen.

Grundsätzlich sollten Sie möglichst nicht auf einer Naht sitzen, um diese nicht unnötig zu belasten. Hier kann ein Sitzring helfen.

Um einer Infektion vorzubeugen, empfehlen Ärzte saubere Einlagen, die häufig gewechselt werden. Die Einstichstellen sollten nach jedem Toilettengang mit kaltem Wasser abgespült werden. Vor allem der Stuhlgang kann Ihnen Probleme bereiten.

Der damit einhergehende Druck führt bei vielen Frauen zu der Befürchtung, die Naht könnte aufreißen, auch können Schmerzen auftreten. Es kann helfen, während des Toilettengangs ein sauberes Tuch auf den Damm zu legen, das schützt zugleich die Wunde. Trinken Sie viel, können Sie zu einer weicheren Stuhlkonsistenz beitragen.

Ärzte und Hebammen raten Frauen nach der Entbindung zu Beckenbodenübungen. Diese stabilisieren nicht nur den Bewegungsapparat, sondern regen auch die Durchblutung an. Das ist wichtig für den Heilungsprozess.

Die Naht nach einem Kaiserschnitt reicht bis in die tiefen Hautschichten. Auch hier ist eine höhere Belastung, wie sie beim Heben oder Husten erfolgt, zu vermeiden. Beim Husten kann es helfen, die Hand auf die Narbe zu legen, sie also quasi festzuhalten. Da auch die Rückbildungsgymnastik eine Belastung darstellt, sollten Sie mit dieser nach einem Kaiserschnitt später beginnen.

Zur Narbenpflege eignen sich spezielle Salben oder Öle, die den Heilungsprozess unterstützen.

Probleme beim Geschlechtsverkehr?

Nach der Geburt ist vielen Frauen zunächst gar nicht nach Geschlechtsverkehr zumute. Steigt die Bereitschaft wieder, können Verletzungen zu Problemen führen. Dann ist es besonders wichtig, einen einfühlsamen Partner zu haben.

Möglicherweise finden Sie eine Stellung, die Ihnen weniger Schmerzen als Vergnügen bereitet. Auch Gleitmittel helfen eventuell. In jedem Fall sollten Sie Kondome verwenden - die Verhütung ist nach der Geburt nicht zu vernachlässigen und Sie reduzieren das Risiko einer Infektion.

Ist Ihnen nicht nach Sexualität zumute oder bereiten Verletzungen Probleme, lassen Sie sich Zeit. Blutergüsse klingen wieder ab und Wunden verheilen bei normalem Verlauf in etwa sechs Wochen.

Belastungsinkontinenz

Nach der Entbindung können Frauen unter Belastungsinkontinenz leiden, Geburtsverletzungen sind dann nicht gerade förderlich. Beckenbodenübungen tragen dazu bei, einem unkontrollierten Harnaustritt entgegenzuwirken.

Wie Sie die Übungen korrekt durchführen, erfahren Sie von Ihrer Hebamme. Neben den täglichen Beckenbodenübungen zu Hause kann es sinnvoll sein, einen Rückbildungskurs zu belegen.

Besprechen Sie sich außerdem mit Ihrer Hebamme, welche Art der Belastung für den Beckenboden Sie nach der Entbindung vermeiden sollten. Indem Sie Fehlbelastungen vermeiden wirken Sie einerseits einer Belastungsinkontinenz entgegen, andererseits können Sie eventuelle Beschwerden aufgrund einer Geburtsverletzung lindern.

Schweregrad der Verletzung

Wie groß die Wunde nach einem Dammschnitt ist, hängt von der Schnitttechnik ab. Bei einem einfachen Schnitt von der Scheide in Richtung After heilt die Wunde in der Regel recht gut und es sind weniger Beschwerden zu erwarten.

Wird der Schnitt zur Seite ausgeführt, ist die Wunde und somit die Naht größer. Das ist weniger förderlich für den Wundheilungsprozess und das Risiko von Blutergüssen im Bereich der Naht steigt.

Hinsichtlich des Schweregrades werden bei einem Dammriss vier Stufen unterschieden. Bei Rissen des Schweregerades eins und zwei handelt es sich um kleinere Verletzungen, die nicht genäht werden müssen und meist recht gut verheilen.

Risse des dritten und vierten Grades sind größer, sie reichen bis in den Darmausgang beziehungsweise die Darmschleimhaut und müssen genäht werden.

Durch die Geburt verursachte Hämatome können unterschiedlich groß sein, entsprechend unterscheiden sich eventuelle Beschwerden.

Mögliche Komplikationen

Bei einem Dammschnitt oder Dammriss, der genäht wurde, ist üblicherweise etwa mit einem sechswöchigen Heilungsprozess zu rechnen. Es können allerdings Komplikationen auftreten, die die Wundheilung verzögern oder wie auch Blutergüsse Schmerzen verursachen.

Eine sorgfältige Hygiene ist wichtig, um einer Infektion vorzubeugen, das Risiko lässt sich dennoch nicht ganz ausschließen. Eine Infektion muss stets ärztlich behandelt werden, sie kann sich durch Nässen, pochende oder stechende Schmerzen bemerkbar machen. Schwellungen im Bereich der Naht können ebenso wie eine hohe Belastung zu einem Aufreißen der Naht führen.

Verheilt die Wunde, sind Stufenbildungen im Narbenbereich möglich, bei durchtrennten Nerven können während des Heilungsprozesses kleine Knötchen entstehen, die sich nur langsam oder gar nicht zurückbilden. In beiden Fällen sind Schmerzen beim Geschlechtsverkehr keine Seltenheit, außerdem können sich gewöhnliche Narbenschmerzen einstellen.

Auch, wenn es keine Komplikationen gibt, kann sich der Heilungsprozess verzögern: Die Wundheilung ist unter anderem von der Gewebebeschaffenheit abhängig.

 Cara-Foto - istockphoto.com

Fazit
Eine Wunde oder ein Hämatom nach der Geburt kann Beschwerden verursachen. Zur Linderung bieten sich folgende Möglichkeiten an:
kühlende Maßnahmen
Schmerzmittel (Vorsicht beim Stillen)
Naturheilmittel
Beckenbodenübungen
sorgfältige Hygiene
Der Text wurde von einem Arzt geprüft

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

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