Betreuungsgeld
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Betreuungsgeld

Finanzielle Unterstützung soll Flexibilität in Familie und Beruf gewährleisten - Viele Eltern stehen vor der Entscheidung, sich selbst um ihr Kind zu kümmern, es in einer Einrichtung unterzubringen oder eine Tagesmutter zu beauftragen.

2013 wurde das Betreuungsgeld eingeführt, um Vätern und Müttern mehr Freiraum und Flexibilität in der Gestaltung des Berufs- und Familienlebens zu bieten. Zugleich wurde ein rechtlicher Anspruch auf einen öffentlichen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren festgelegt.

windeln.de Redaktion
von windeln.de Redaktion
Mi, 05/21/2014 - 12:47 Fri, 11/24/2017 - 10:41

Betreuungsgeld soll familiäre und berufliche Perspektiven verbessern

Nach der Geburt Ihres Kindes haben Sie Anspruch auf Elternzeit und können Elterngeld beantragen. Sie dürfen während des Elterngeldbezuges einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen, in der verbleibenden Zeit können Sie sich um die Betreuung Ihres Kindes kümmern. Das Elterngeld dient dem Zweck, während dieser Zeit den Lebensunterhalt zu sichern. Nach spätestens 14 Monaten erlischt dieser Anspruch wieder.

Nun stehen Eltern vor der Wahl: Nehmen sie finanzielle Einschränkungen in Kauf, um sich weiterhin um ihr Kind zu kümmern oder beauftragen sie Dritte mit dessen Betreuung, um sich Ihrem Beruf zu widmen?

Letzteres erfordert, dass es überhaupt eine Betreuungsmöglichkeit gibt - diesen Anspruch hat der Gesetzgeber im August 2013 geregelt. Eltern, die die frühkindliche Förderung in Form einer Betreuung in öffentlichen Einrichtungen nicht in Anspruch nehmen, haben stattdessen Anspruch auf finanzielle Unterstützung: das Betreuungsgeld.

Dieser schließt direkt an das Elterngeld an: Erhalten Sie für 14 Monate Elterngeld, können Sie ab dem 15. Lebensmonat Betreuungsgeld beantragen. Der maximale Bezugszeitraum beträgt 22 Monate. Bei voller Inanspruchnahme beider finanzieller Unterstützungen ist das Kind dann drei Jahre - alt genug, um in den Kindergarten zu gehen.

Mit der Einführung dieser gesetzlichen Regelungen sollen Eltern größeren Spielraum bei der Entscheidung haben, ob und inwieweit sie einer beruflichen Tätigkeit nachgehen und wie intensiv sie sich bis zum dritten Geburtstag selbst um ihr Kind kümmern.

Gesetzliche Regelungen

Das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) regelt die Bestimmungen zum Betreuungsgeld. Anspruch haben Eltern, deren Kind nach dem 31. Juli 2012 zur Welt gekommen ist. Ab dem 01. August 2013 sind je Kind 100 Euro im Monat festgelegt, mit dem 01. August 2014 erhöht sich der Betrag auf 150 Euro je Kind, für das die Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Bewilligung des Betreuungsgeldes erfolgt unabhängig davon, ob Sie in Elternzeit sind, auch ihre berufliche Tätigkeit bleibt unberücksichtigt. Sie können also, anders als beim Elterngeld, während des Bezuges einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen. Steuerliche Nachteile sind nicht zu erwarten, da der Betrag dem zu versteuernden Einkommen nicht hinzugerechnet wird.

Beziehen Sie Arbeitslosengeld II, wird der Betrag angerechnet - hier gilt der Lebensunterhalt als in vollem Umfang gesichert. Beim Bezug von Arbeitslosengeld I und BAföG hingegen gilt ein Freibetrag bis 300 Euro.

Das Betreuungsgeld kann nicht alternativ oder parallel zum Elterngeld beantragt werden, sondern lediglich im Anschluss daran. Erlischt der gesetzliche Anspruch auf Elterngeld vor dem 15. Lebensmonat des Kindes, können Sie sofort einen Betreuungsgeldantrag stellen. Der maximale Bezugszeitraum von 22 Monaten bleibt aber bestehen, er endet in diesem Fall also, bevor Ihr Kind drei Jahre alt ist.

Sie können Ihr Kind während des Bezugszeitraumes in einer Tageseinrichtung oder durch eine Tagespflegekraft betreuen lassen, sofern diese nicht öffentlich bereitgestellt oder finanziert wird. Der Anspruch erlischt lediglich bei öffentlicher Förderung der Einrichtung oder Pflegekraft.

Eine Ausnahmeregelung gilt in besonderen Härtefällen, beispielsweise wegen schwerer Krankheit: Bei entsprechender Bewilligung können Sie Betreuungsgeld beziehen und Ihr Kind dennoch in einer öffentlich bereitgestellten Einrichtung unterbringen, allerdings im Monatsdurchschnitt maximal 20 Stunden wöchentlich.

Antragstellung

Die Landesregierungen sind für die Ausführung des Gesetzes verantwortlich und bestimmen die zur Antragstellung und Bewilligung zuständigen Stellen, die im Anschluss auch die Zahlungen übernehmen.

Eine nach Bundesland sortierte Liste der Zuständigkeiten finden Sie hier.
Dort können Sie die länderspezifischen Antragsformulare anfordern und diese nach dem Ausfüllen an die angegebene Adresse senden.

Fazit
Betreuungsgeld schließt an den Elterngeldanspruch an
maximaler Bezugszeitraum von 22 Monaten
Anspruch erlischt mit dem dritten Geburtstag des Kindes
ab 01.08.2013: Monatlich je 100 Euro je Kind
ab 01.08.2014: Monatlich je 150 Euro je Kind
Auszahlung ist einkommensunabhängig und wird nicht versteuert

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