Kinderfahrradanhänger Berater

Kinderfahrradanhänger – sicher und bequem unterwegs

Auch wenn Kinder noch nicht alt genug sind, um selbst Fahrrad zu fahren, können sie mit dem Rest der Familie bereits auf Radtour gehen. Mama oder Papa montieren dazu einfach einen Kinderfahrradanhänger ans eigene Rad. So lassen sich auch mehrere oder besonders junge Kinder, die noch nicht in den Kinderfahrradsitz dürfen, sicher mit auf lange Touren nehmen. Alle wichtigen Aspekte beim Kinderfahrradanhänger-Kauf, von der Ausstattung bis zu Sicherheitsaspekten, erklärt dieser Ratgeber.

Inhaltsübersicht

  1. Für welches Alter und Gewicht eignet sich der Anhänger?
  2. Die grundlegenden Eigenschaften
  3. Wie werden die Anhänger sicher am Fahrrad befestigt?
  4. Verkehrssicherheit und Sicherheitsausstattung beachten
  5. Praktisches Zubehör für Kinderfahrradanhänger
  6. Die Checkliste zum Kinderfahrradanhänger-Kauf

1. Für welches Alter und Gewicht eignet sich der Anhänger?

Grundsätzlich können Kinder in einem Kinderfahrradanhänger mitfahren, sobald sie aufrecht sitzen können – also ab einem Alter von etwa 9 Monaten.

Die meisten Anhänger verfügen über gepolsterte Sitze, die Erschütterungen dämpfen. Ausreichend Halt bieten seitliche Stützen sowie eine Kopfstütze, die dafür sorgen, dass das in diesem Alter noch empfindliche Rückgrat bei plötzlichen Richtungswechseln nicht zu sehr belastet wird. Zur Sicherheit empfehlen Experten dennoch, bis mindestens zum vollendeten ersten Lebensjahr sehr unebene Strecken zu meiden.

Kinderfahrradanhänger mit integriertem Schalensitz ermöglichen es Mama und Papa, Kinder schon mitzunehmen, bevor sie aufrecht sitzen können. Die Besonderheit eines Schalensitzes besteht darin, dass er eine liegende Position erlaubt und damit die Wirbelsäule noch weniger belastet wird als es im Sitzen der Fall wäre.

In manchen Fällen lässt sich der Schalensitz auch flexibel von der Liegeposition zur Sitzposition für ältere Babys umbauen. Allerdings wird empfohlen, Babys selbst mit Schalensitz frühestens ab einem Alter von 6 Monaten im Kinderfahrradanhänger mitzunehmen.

Eltern sollten bei der Auswahl eines Kinderfahrradanhängers das zulässige Gesamtgewicht beachten. Die meisten Modelle sind höchstens auf ein Körpergewicht von 40 Kilogramm ausgelegt.

Kinder dürfen bis zum vollendeten siebten Lebensjahr im Kinderfahrradanhänger mitgenommen werden, solange dieser ihr Gewicht aushält. Dabei handelt es sich um eine gesetzliche Regelung (§ 21 Abs. 3 StVO), bei der lediglich eine Ausnahme für Kinder mit Behinderung gemacht wird. Eltern sollten sich also beim Kauf darauf einstellen, dass sie keine Kinderfahrradanhänger finden werden, die sich für Kinder über 7 Jahre eignen.


2. Die grundlegenden Eigenschaften

Vor der Anschaffung eines Kinderfahrradanhängers stellt sich die Frage, welches Modell am besten für die eigenen Ansprüche geeignet ist. Mama und Papa können zwischen Modellen mit ein oder zwei Sitzen wählen und bei Bodenwanne und Verdeck unterschiedliche Materialien je nach Verwendungszweck aussuchen:

Bodenwanne – Metall, Textil oder Kunststoff?

Kinderfahrradanhänger mit einer Bodenwanne aus Metall (meist Aluminium) sind äußerst stabil und langlebig. Eine solche Wanne ist wasserdicht und schützt hervorragend gegen Steinschlag von unten sowie seitliche Stöße.

Damit ist sie perfekt für Eltern geeignet, die mit ihren Kindern gerne Ausflüge durch steiniges oder unebenes Gelände unternehmen, beispielsweise im Wald. Allerdings kann das höhere Gewicht im Vergleich zu anderen Materialien ein Nachteil sein: Mama und Papa sollten vor dem Kauf abschätzen, ob sie den Wagen mit Kind aus eigener Kraft – auch über längere Distanzen – problemlos ziehen können.

Metall-Bodenwannen tragen auch sehr schwere Kinder problemlos – und wer gelegentlich große Lasten wie Getränkekisten transportieren möchte, profitiert ebenfalls.

Bodenwannen aus Kunststoff sind im Vergleich zu Metall-Modellen geringfügig weniger stabil, haben allerdings den Vorteil, deutlich leichter zu sein. Damit eignet sich das Material insbesondere für Eltern, die ihren Kinderfahrradanhänger gelegentlich mit dem entsprechenden Zubehör zum Buggy umbauen möchten.

Ein Kinderfahrradanhänger mit Stoffwanne (Stoffbespannung unter dem Sitz) ist besonders leicht und in einigen Fällen sogar zusammenklappbar. Vor allem auf Reisen kommt dieser Vorteil zur Geltung, da Anhänger dieser Art leicht zu verstauen und zu transportieren sind. Der Stoffboden schützt zwar vor Schmutz oder Wasserspritzern, ist jedoch empfindlicher gegenüber Stößen oder Beschädigungen durch Steinschlag.

Verdeck und Seitenteile

Die Verdecke von Fahrradanhängern werden aus wasserdichten Kunststoffen wie Polyurethan gefertigt und verfügen über Belüftungsöffnungen aus Nylon-Gewebe (Mesh) oder ähnlichen synthetischen Stoffen. Die Verdecke verfügen außerdem meist über winddichte Sichtfenster aus transparentem Kunststoff.

Eltern sollten vor dem Kauf sicherstellen, dass sich das Verdeck vollständig schließen lässt. So wird verhindert, dass bei der Fahrt Regen, aufgewirbelte Feuchtigkeit, Staub oder Schmutz in den Anhänger gelangen.

Einige Verdecke verfügen über transparente Sichtfenster, die gleichzeitig auch gegen UV-Strahlung schützen.

Bei besonders hochwertigen Anhängern überlappen Verdeck und Seitenteile, wodurch die Wahrscheinlichkeit verringert wird, dass Feuchtigkeit durch die Nähte oder Reißverschluss-Verbindungen eindringen kann. Idealerweise können nicht nur das Verdeck, sondern auch die einzelnen Seitenteile abgenommen werden, um an warmen Tagen für ausreichende Belüftung zu sorgen.

Einsitzer oder Zweisitzer?

Kinderfahrradanhänger sind immer als Modelle mit einem oder zwei Sitzen erhältlich. Einsitzer haben den Vorteil, dass sie fast immer weniger breit sind. Das bedeutet, dass sie sich daheim leichter verstauen lassen und auf der Straße oder dem Radweg weniger Platz benötigen.

Im Kinderfahrradanhänger mit zwei Sitzen haben Geschwisterkinder ebenso Platz wie Freunde, die mitgenommen werden sollen. Auch kann der Anhänger problemlos zum Transport größerer Lasten verwendet werden. Allerdings benötigen diese Kinderfahrradanhänger eben mehr Platz auf dem Radweg, in der Fußgängerzone oder auf dem Waldweg.


3. Wie werden die Anhänger sicher am Fahrrad befestigt?

Moderne Kinderfahrradanhänger werden in der Regel mit einer zweiteiligen Kupplung verkauft. So kann der eine Teil der Kupplung fest am Fahrrad montiert werden und jederzeit schnell und unkompliziert mit dem Anschlussstück am Kinderfahrradanhänger verbunden werden. Und so geht´s:

  1. Kupplung mit Fahrradrahmen verschrauben.
  2. Anschlussstück an die Achse des Anhängers montieren.
  3. Anschlussstück auf die Kupplung heben.
  4. Verbindung gemäß der Bedienungsanleitung sichern.
  5. Zusätzlich Sicherungsseil oder Sicherungsgürtel anbringen.
  6. Beim An- und Abhängen nach der Montage lediglich Schritte 3 bis 5 wiederholen.

Einteilige Kupplungen werden heutzutage weniger häufig verbaut. Anhänger mit dieser Art Kupplung überzeugen vor allem durch einen niedrigeren Preis, sorgen jedoch dafür, dass der Montageprozess deutlich länger dauert. Die Tatsache, dass der Kinderfahrradanhänger jedes Mal fest ans Fahrrad montiert und wieder abmontiert werden muss, wenn er nicht gebraucht wird, sorgt außerdem für einen nicht unerheblichen Materialverschleiß.


4. Verkehrssicherheit und Sicherheitsausstattung beachten

Das Wichtigste beim Transport von Kindern im Straßenverkehr ist ihre Sicherheit. Eltern sollten deshalb vor dem Kauf genau darauf achten, dass der Kinderfahrradanhänger möglichst viele der folgenden Sicherheitsmerkmale aufweist. Doch auch das eigene Fahrrad sollte gewissen Standards entsprechen, um den Anhänger sicher ziehen zu können:

Voraussetzungen für das Fahrrad

Fahrrad-Hersteller geben in den Bedienungsanleitungen an, ob ihr Rad zum Ziehen von Anhängern geeignet ist. Alternativ können Mama und Papa auch direkt beim Hersteller oder beim Händler nachfragen. Die zentralen Kriterien, die ein Fahrrad erfüllen sollte, sind:

  • Zulassung für Anhänger mit mindestens 40 kg Gewicht
  • Stabiler Rahmen, um den Zugkräften standzuhalten
  • Stabile Hinterradnabe für Anhänger, die dort montiert werden
  • Starke Vorder- und Hinterradbremse, um die zusätzliche Masse abzubremsen

Für eine bessere Sicht nach hinten empfiehlt sich außerdem ein kleiner Rückspiegel am Lenker. So behalten Mama und Papa ihre Kleinen stets im Blick und können reagieren, falls der Wagen unruhig fährt oder das Kind sogar beginnt, herauszuklettern.

Nach dem Kauf sollten zunächst ein oder zwei Übungsfahrten absolviert werden, bevor das Kind im Kinderfahrradanhänger mitfahren darf. So können Abstände, Bremswege und Wendekreis bei der ersten Fahrt mit Kind schon besser eingeschätzt werden.

Der Fahrer bzw. die Fahrerin sollte insbesondere beim Umfahren von Hindernissen wie Geländern, Laternen oder Bordsteinkanten vor allem ein Gefühl für die Breite des Anhängers haben. Der zusätzliche Kraftaufwand bei Bergauf-Fahrten sowie das erschwerte Bremsverhalten bei Bergab-Fahrten sollten ebenfalls frühzeitig ausprobiert werden.

Zusätzliche Bremsen am Kinderfahrradanhänger

Das Fahrrad sollte über gut funktionierende Bremsen verfügen, da die zusätzliche Masse des Anhängers mit abgebremst werden muss. Viele Hersteller bieten jedoch auch Kinderfahrradanhänger mit integrierten Bremsen an. Diese werden über einen Bremsgriff bedient, der zusätzlich zu den normalen Bremsgriffen am Fahrradlenker montiert werden kann.

Ab einem Gesamtgewicht von 40 kg sollten Eltern Wert darauf legen, dass ihr Anhänger über eine eigene Bremse verfügt.

Alternativ können sogenannte Auflaufbremsen am Fahrradanhänger die Bremswirkung unterstützen. Sie bremsen automatisch, sobald der Anhänger gegen die Kupplung drückt. Der Nachteil dieser Technik ist, dass es dadurch umständlicher sein kann, Fahrrad und Anhänger rückwärts zu bewegen – denn hierbei könnte automatisch die Bremse ausgelöst werden.

Gurtsysteme

Standardmäßig ist jeder Kindersitz in einem Kinderfahrradanhänger mit einem 3-Punkt- oder 5-Punkt-Gurt ausgestattet, wie man ihn auch von Kinderfahrradsitzen oder Autositzen kennt. Diese Systeme sind einfach zu handhaben und schützen das Kind durch insgesamt 3 beziehungsweise 5 Fixpunkte bei plötzlichen Bremsmanövern.

5-Punkt-Gurte sind insbesondere für sehr junge Kinder geeignet, da ihre Fixpunkte an den Schultern, den Hüften und zwischen den Beinen liegen. So können auch sehr zierlich gebaute Kinder nicht zwischen den Gurten hindurchrutschen. Ein 3-Punkt-Gurt ist beispielsweise der klassische Autogurt oder ein Gurtsystem mit zwei Fixpunkten an den Schultern und einem zwischen den Beinen.

Beleuchtung am Anhänger

Zur Verkehrssicherheit zählt natürlich auch die entsprechende Beleuchtung am Kinderfahrradanhänger. Nach § 67a Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) sind bestimmte Lichter an Fahrradanhängern vorgeschrieben und dürfen nicht durch Decken, Sticker oder ähnliches verdeckt werden. Auch dürfen keine weiteren Leuchten oder Reflektoren als die gesetzlich vorgeschriebenen angebracht werden.

Verkehrstauglich sind Modelle, die über folgende Beleuchtungselemente verfügen:

Nach vorne

Nach hinten

Beidseitig

Zwei weiße Rückstrahler im Abstand von maximal 200 mm zur Außenkante (wenn Anhängerbreite größer als 600 mm) Eine rote Schlussleuchte auf der linken Seite (wenn Anhängerbreite größer als 600 mm und die Schlussleuchte des Fahrrads zu mehr als 50 % vom Anhänger verdeckt wird) Reflektierende weiße Streifen an Reifen oder Felge
Zusätzliche weiße Leuchte auf der linken Seite (wenn Anhängerbreite größer als 1000 mm) Zusätzlich zwei rote Rückstrahler der Kategorie "Z" im maximalen Abstand von 200 mm zur Außenkante Alternativ: Weiß reflektierende Speichen oder Speichenhülsen
Alternativ: Zwei gelbe Speichenrückstrahler an jedem Rad

Für zusätzliche Sicherheit können Mama und Papa auch einen weit aufragenden Wimpel am Kinderfahrradanhänger montieren. Dieser ist zwar gesetzlich nicht vorgeschrieben, kann jedoch Autofahrern klar machen, dass sich hinter dem Fahrrad noch ein niedrigerer Anhänger befindet – etwa, wenn dieser durch ein anderes Auto verdeckt wird.

Weitere Schutzelemente

Gerade hochwertige Kinderfahrradanhänger verfügen neben Gurten und Reflektoren noch über fest integrierte Design-Merkmale, die bestimmten Risiken im Straßenverkehr entgegenwirken können:

  • Überrollbügel:
    Im Normalfall ist es äußerst unwahrscheinlich, dass ein Kinderfahrradanhänger umkippt – und noch unwahrscheinlicher, dass er sich überschlägt. Sollte dies aber zum Beispiel in Folge einer Kurvenfahrt mit zu hoher Geschwindigkeit doch einmal passieren, so sollen Überrollbügel aus Metall ernsthaftere Verletzungen verhindern.
  • Umlaufender Rahmen:
    Ein um den gesamten Anhänger verlaufender Rahmen aus Metall sorgt dafür, dass die Kraft eines Aufpralls nicht direkt auf den Sitz und damit das Kind übertragen wird. Der Rahmen sollte in etwa 30 bis 40 cm Höhe verbaut sein – also in etwa der Höhe einer Pkw-Stoßstange.
  • Breiter Radstand:
    Je breiter der Radstand – also die Distanz zwischen den beiden Rädern – desto besser hält der Kinderfahrradanhänger auch in engen Kurven das Gleichgewicht.

Normen und Zertifikate

Die Anforderungen an Kinderfahrradanhänger werden in Europa und Deutschland durch die Normen EN 1888 (für "Transportmittel auf Rädern für Kinder") beziehungsweise DIN EN 15918 (für "Fahrradanhänger") genau definiert.

Beide Normen geben Standards für die Konstruktion (beispielsweise Mindest-Materialstärken) vor und beschreiben normierte Prüfverfahren, mit denen die Einhaltung dieser Standards getestet werden kann. Ein Kinderfahrradanhänger sollte immer nach mindestens einer dieser Normen zertifiziert sein.

Eltern sollten sich dabei auf unabhängige Prüfinstitute wie den TÜV oder die GTÜ verlassen. Diese prüfen die Fahrradanhänger gemäß den Normen und geben bei bestandenen Tests ihr Prüfsiegel, das die Hersteller dann in der Produktbeschreibung abdrucken können.

Ist der Kinderfahrradanhänger nicht anhand der beiden Normen getestet worden, kann auch das GS-Zeichen als Qualitätsmerkmal dienen. Das Siegel wird nur nach einer sogenannten Baumusterprüfung vergeben, in der getestet wird, ob ein Produkt alle sicherheitstechnischen Anforderungen des Produktsicherheitsgesetzes (ProdSG) erfüllt. Das beinhaltet vor allem generelle Sicherheitsmerkmale wie ungefährliche Kanten oder ausreichend starke Materialien.

Den Kinderfahrradhelm nicht vergessen

Überrollbügel, 5-Punkt-Gurt, umlaufender Metallrahmen – selbst, wenn der Kinderfahrradanhänger alle Anforderungen an die Sicherheit befriedigt, kann ein Kinderfahrradhelm als zusätzliche Schutzausrüstung dienen. Denn starke Erschütterungen können dazu führen, dass sich das Kind den Kopf am Überrollbügel stößt und bei einem Unfall mit einem Pkw kann jeder zusätzliche Schutz für den Kopf nützlich sein.

Bei Kinderfahrradanhängern mit zusätzlichem Stauraum kann der Fahrradhelm einfach mitgenommen werden. So kann das Kind ihn jederzeit aufsetzen, sobald es nötig wird.

Für langsame Fahrten über Promenaden oder durch Fußgängerzonen ist ein Helm nicht nötig, da die Sicherheitselemente des Fahrradanhängers hier zum Schutz ausreichend sind. Im Straßenverkehr kann er jedoch zusätzliche Sicherheit bieten.


5. Praktisches Zubehör für Kinderfahrradanhänger

Namhafte Hersteller wie Thule oder Croozer bieten für ihre Kinderfahrradanhänger nicht nur Ersatzteile, sondern auch nützliches Zubehör an, das meist für ein bestimmtes Modell des jeweiligen Herstellers geeignet ist. Mit dem richtigen Zubehör können Mama und Papa ihren Kleinen die Fahrt im Kinderfahrradanhänger noch angenehmer gestalten:

  • Regenüberzug:
    Für Ausflüge bei schlechtem Wetter können Eltern am Kinderfahrradanhänger einen Regenüberzug oder ein Regenverdeck montieren, sofern das normale Verdeck nicht ausreichend wasserfest ist.
  • Sonnenschutz:
    Ein Sonnenschutz kann ganz einfach mit Clips an den Seitenteilen des Anhängers befestigt und je nach Sonneneinfall beliebig verschoben werden. Sollte er nicht benötigt werden, wird der Sonnenschutz wie ein Verdeck einfach nach oben geklappt.
  • Faltgarage:
    Wird der Kinderfahrradanhänger gerade nicht benutzt, schützt ihn eine robuste Faltgarage oder eine Abdeckplane vor Schmutz und Staub.
  • Trinkflaschentasche:
    Mit diesem Zubehör können Mama oder Papa Getränke mitnehmen und von außen leicht erreichen. Eine zusätzliche Reißverschlusstasche bietet Stauraum für Handy und Geldbeutel.
  • Fußsack:
    An kühlen Frühlingstagen wärmt ein Fußsack die Füße der kleinen Mitfahrer. Modelle mit integriertem Fleece-Futter sind besonders gut geeignet.

Neben diesem Zubehör bieten einige Hersteller auch Elemente an, die an den Kinderfahrradanhänger montiert werden können, um seine Funktionsweise zu verändern:

  • Mit Schiebebügel und Zusatzrad ist der Anhänger in wenigen Handgriffen zu einem Buggy oder Sportwagen umgebaut.
  • Mit Ziehstange und Zusatzrad wird der Kinderfahrradanhänger zu einem handlichen Bollerwagen.
  • Mit Handgriff oder Gurtgeschirr sowie Ski anstelle der Räder lässt sich der Anhänger beim Wintersport mitnehmen.
  • Mit Hundegeschirr kann der Anhänger vom Familienhund gezogen werden.

Derartige Umbau-Elemente werden häufig in praktischen Sets verkauft. So müssen Mama und Papa lediglich anhand der Herstellerbeschreibung prüfen, ob das Set für ihr Anhängermodell geeignet ist. Sie können sich darauf vertrauen, dass im Set alles enthalten ist, was zum Umbau nötig sein wird.


6. Die Checkliste zum Kinderfahrradanhänger-Kauf

  • Für welches Alter?

    Mindestalter mit Sitz: Ab 9 Monaten; sobald das Kind selbstständig sitzen kann

    Mindestalter mit Schalensitz: Prinzipiell ab Geburt in Liegeposition möglich; Experten raten, Babys erst ab einem Alter von 6 Monaten im Kinderfahrradanhänger mitzunehmen

    Höchstalter: Vollendetes 7. Lebensjahr (§ 21 Abs. 3 StVO); Ausnahme nur für Kinder mit Behinderung

    Maximalgewicht: Die meisten Modelle sind für ein Maximalgewicht von 40 kg ausgelegt

  • Eigenschaften

    Bodenwannen

    • Metall:
      Meist Aluminium; stabil; langlebig; widerstandsfähig gegen Steinschlag und Stöße; Gut zum Transport schwerer Lasten geeignet; höheres Gewicht als andere Materialien
    • Kunststoff:
      sehr stabil (geringfügig weniger als Metall); langlebig; widerstandsfähig; wesentlich leichter als Metall; Gute Wahl für Anhänger, die zum Buggy umgebaut werden sollen
    • Textil:
      Guter Schutz gegen Schmutz; geringerer Schutz gegen Beschädigungen; sehr leicht; Kinderfahrradanhänger mit Textil-Bodenwanne können in vielen Fällen zusammengeklappt werden; ideal für einfachen Transport und Lagerung

    Verdeck und Seitenteile

    • Meist aus wasserdichten Textilien wie Polyurethan
    • Belüftungsöffnungen, meist aus Nylon-Gewebe
    • Transparente Sichtfenster (bei einigen Modellen mit UV-Schutz)
    • Wichtig: Verdeck sollte vollständig zu schließen sein
    • Überlappende Seitenteile / Verdecke schützen vor Feuchtigkeit, die durch die Reißverschlüsse oder Nähte eindringen könnte
    • Seitenteile oft abnehmbar

    Einsitzer oder Zweisitzer?

    • Einsitzer:
      Kleiner, dadurch leichter zu verstauen; Schmaler, dadurch wird weniger Platz auf der Fahrbahn benötigt; günstiger als Zweisitzer
    • Zweisitzer:
      Zusätzlicher Platz; benötigen mehr Platz auf der Fahrbahn und bei der Lagerung; kostenintensiver als Einsitzer
  • Montage am Fahrrad
    • Zweiteilige Kupplung:
      Ein Teil wird fest am Fahrrad montiert, der andere am Anhänger; Danach können Rad und Anhänger jederzeit gekuppelt und wieder voneinander gelöst werden; leichte Verwendung im Alltag, wenig Verschleiß
    • Einteilige Kupplung:
      Kupplung verbindet Anhänger und Fahrrad fest miteinander; Die Kupplung muss zum An- und Abhängen des Kinderfahrradanhängers jedes Mal aus- und wieder eingebaut werden; mehr Aufwand; geringerer Preis; mehr Verschleiß
  • Ausstattung und Verkehrssicherheit

    Voraussetzungen für das Fahrrad

    • Ob das Rad für Anhänger zugelassen ist, kann den Herstellerinformationen entnommen werden
    • Zulassung für Anhänger mit mindestens 40 kg Gewicht
    • Stabiler Rahmen
    • Stabile Hinterradnabe (wenn Anhänger an der Nabe montiert wird)
    • Starke Vorder- und Hinterradbremse
    • Optional: Rückspiegel

    Bremsen

    • Anhänger ohne zusätzliche Bremse: Fahrradbremsen müssen die zusätzliche Masse des Anhängers abbremsen; idealerweise sollte der Anhänger mit Kind nicht mehr als 40 kg wiegen
    • Anhänger mit zusätzlicher Bremse: Zusätzlicher Bremshebel kann am Fahrradlenker angebracht werden
    • Anhänger mit Auflaufbremse: Bremst automatisch, wenn der Anhänger gegen die Kupplung drückt; kann es schwerer machen, Fahrrad und Anhänger rückwärts zu bewegen

    Gurtsysteme

    • 3-Punkt-Gurt: 3 Fixpunkte – entweder wie beim klassischen Autogurt oder mit zwei Fixpunkten an den Schultern und einem zwischen den Beinen
    • 5-Punkt-Gurt: 5 Fixpunkte (an den Schultern, an den Hüften und zwischen den Beinen); schützt kleinere oder zierlich gebaute Kinder noch besser davor, zwischen den Gurten hindurch zu rutschen

    Beleuchtung

    Gesetzlich vorgeschrieben: Ausreichende Beleuchtung nach § 67a StVZO zwingend erforderlich; Weitere Leuchten oder Reflektoren sind unzulässig; Weit aufragende Wimpel fallen nicht unter dieses Verbot

    • Nach vorn wirkend: Zwei weiße Rückstrahler (wenn Anhängerbreite größer als 600 mm, maximal 200 mm Abstand zur Außenkante); Zusätzliche weiße Leuchte auf der linken Seite (wenn Anhängerbreite größer als 1000 mm)
    • Nach hinten wirkend: Eine rote Schlussleuchte auf der linken Seite (wenn Anhängerbreite größer als 600 mm und Fahrradbeleuchtung zu mehr als 50 % verdeckt); Zwei rote Rückstrahler der Kategorie "Z" (Maximal 200 mm Abstand zur Außenkante)
    • Beidseitig: Reflektierende weiße Streifen an Reifen oder Felge; Alternativ weiß reflektierende Speichen oder Speichenhülsen; Alternativ zwei gelbe Speichenrückstrahler an jedem Rad

    Weitere Schutzelemente

    • Überrollbügel: Soll ernsthaftere Verletzungen beim Überschlagen verhindern
    • Umlaufender Rahmen: Schützt bei Aufprall; aus Metall; Etwa in 30 bis 40 cm Höhe (Pkw-Stoßstangenhöhe)
    • Breiter Radstand: Je breiter die Distanz zwischen den beiden Rädern, desto besser das Gleichgewicht

    Normen und Zertifikate

    Normen für Fahrradanhänger: Jeder Anhänger sollte nach EN 1888 oder DIN EN 15918 geprüft und zertifiziert sein; Zertifizierung nach beiden Normen ebenfalls gutes Qualitätskriterium; Prüfsiegel unabhängiger Institute wie TÜV oder GTÜ beachten

    GS-Prüfzeichen: Generelle Produktsicherheit nach Produktsicherheitsgesetz (ProdSG)

  • Nützliches Zubehör

    Von vielen Herstellern wird Zubehör speziell für ihre Anhänger-Modelle angeboten (Produktinformationen beachten):

    • Regenüberzug
    • Sonnenschutz
    • Faltgarage
    • Trinkflaschentasche
    • Fußsack
    • etc.

    Für den Umbau des Anhängers: Bauteile wie Ski, Schiebebügel und Zusatzräder erlauben es, Kinderfahrradanhänger beispielsweise zum Bollerwagen oder Hundeschlitten umzubauen; Bauteile auch im Set erhältlich


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