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Welche Schulformen gibt es?

Die verschiedenen Schulformen bieten unterschiedliche Förderungs-Schwerpunkte

Welche Schulformen gibt es?

Bald ist es so weit, Ihr Kind ist bereit für die Schule. Doch welche Schulform ist die richtige? Wie wird Ihr Kind optimal gefördert, ohne überfordert zu sein? Soll es eine öffentliche Schule sein oder wünschen Sie besondere pädagogische Ansätze, wie sie in privaten Schulen gepflegt werden?

Schulformen in Deutschland

In Deutschland gibt es öffentliche und private Schulen. Außerdem unterscheiden sich die Schulformen je nach Bundesland, da das Bildungssystem auf Länderebene geregelt wird. Dennoch gibt es bei öffentlichen Schulen ein einheitliches Grundsystem, beginnend mit der Primarstufe. Dabei handelt es sich um die Grundschule, in welcher die Kinder auf die weitere schulische Laufbahn vorbereitet werden.

Diese richtet sich nach dem Lernverhalten und den Fähigkeiten des Kindes: Welcher Abschluss soll und kann angestrebt werden? An der sogenannten weiterführenden Schule kann Ihr Kind einen Haupt- oder Realschulabschluss sowie das Abitur absolvieren, um schließlich in das Berufsleben zu starten oder vorab weiterbildende Maßnahmen zu ergreifen.

In einer Gesamtschule sind quasi Gymnasium, Real- und Hauptschule zusammengefasst, so dass Sie nicht direkt nach der Grundschule entscheiden müssen, welchen Bildungsweg Ihr Kind einschlagen beziehungsweise welchen Abschluss es anstreben soll.

Dies entscheidet sich in den der Primarstufe folgenden Schuljahren unter Berücksichtigung der Leistungen und Noten. In einigen Bundesländern sind Haupt- und Realschule grundsätzlich als Sekundarsufe I oder Unterstufe zusammengelegt.

Je nachdem verlässt Ihr Kind die Schule nach der neunten Klasse mit einem Hauptschulabschluss, nach der zehnten Klasse mit einem Realschulabschluss oder nach der Oberstufe, der Sekundarstufe II, mit dem Abitur, auch als Hochschulreife bezeichnet.

Eine eingeschränkte Form des Abiturs ist die Fachhochschulreife. Jeder erzielte Abschluss berechtigt dazu, den nächst höheren anzustreben, sich in einer Fachschule weiterzubilden oder in Kombination mit dem Besuch der Berufsschule eine Ausbildung zu absolvieren. Die bestandene Prüfung nach der Oberstufe ermöglicht das Studium an einer Hochschule oder Fachhochschule.

Neben dem klassischen öffentlichen Schulsystem gibt es in Deutschland Förder- und Sonderschulen für Kinder mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen. Ganztagsschulen basieren auf dem klassischen Schulsystem, umfassen daneben aber die nachmittägliche Betreuung der Kinder. In einem Internat ist Ihr Kind während der gesamten Schulzeit bis auf die Ferien untergebracht.

Zu den bekanntesten anerkannten deutschen Privatschulen zählen die Waldorf- und die Montessorischule. Privatschulen müssen sich inhaltlich an die Eckpfeiler der Lehrpläne des Landes halten, um die üblichen Abschlüsse anstreben zu können. Sie unterscheiden sich aber durch ihre pädagogische Ausrichtung und die Art, wie der Lehrstoff vermittelt wird.

Grundschule, Unter- und Oberstufe

In der Grundschule wird Ihrem Kind die Grundlage für die folgenden Schuljahre vermittelt: Es soll lesen, schreiben und rechnen lernen, idealerweise werden auch die sozialen Fähigkeiten gefördert.

Die Unterstufe oder Sekundarstufe I, so werden im Bildungswesen die Schuljahre bis zur zehnten Klasse bezeichnet, soll gezielt auf den Schulabschluss und die Berufsorientierung vorbereiten. Ihr Kind soll im Anschluss in der Lage sein, eine Ausbildung zu absolvieren und sich eigenständig im Leben zurechtzufinden.

In der Oberstufe oder Sekundarstufe II, dabei handelt es sich um die zehnte bis zwölfte beziehungsweise 13. Klasse, steigen die Anforderungen an das Lernpensum nochmals. Mit dem Erwerb der Hochschulreife stehen Ihrem Kind alle Möglichkeiten der weiterbildenden Maßnahmen offen, es kann sich also entweder für eine Ausbildung oder für ein Studium entscheiden.

Private Schulformen

An einer privaten Schule muss Ihr Kind ebenfalls das übliche Lernpensum bewältigen. Die Inhalte werden jedoch auf andere Weise vermittelt, auch individuelle Förderungen sind vorgesehen.

Begründer der Waldorfschule war der Antroposoph Rudolf Steiner. Der Grundgedanke basiert auf sozialer Gerechtigkeit - alle Kinder sollen die gleiche Chance haben, sich ihren Veranlagungen entsprechend zu entwickeln. Neben den vorgeschriebenen Lehrstoffen liegt der Schwerpunkt auf künstlerischen und kreativen Inhalten.

Die Schüler müssen nicht sitzen bleiben und sollen Gelegenheit erhalten, das Lernpensum ihren persönlichen Fähigkeiten entsprechend zu absolvieren. Damit soll Leistungsdruck vermieden, die individuelle Begabung hingegen gefördert werden. Die Schüler besuchen gemeinsam die erste bis zwölfte Klasse, um die Schule anschließend mit einem staatlich anerkannten Abschluss zu verlassen. An den meisten Waldorfschulen wird gesondert ein 13. Jahr zur gezielten Vorbereitung auf das Abitur angeboten.

Das Bildungskonzept der Montessorischule basiert auf der Gründerin Maria Montessori. Der pädagogische Ansatz ist, den Kindern zu vermitteln, sich nach dem Motto "Hilf mir, es selbst zu tun" zu entfalten. Die Individualität des Kindes steht im Vordergrund, jedes Kind soll seinem eigenen Lernbedürfnis folgen können.

Die Lehrer haben die Aufgabe, den jeweiligen Lernprozess zu fördern. Es werden die üblichen Inhalte vermittelt, daneben gibt es das Konzept der sogenannten Frei- und Projektarbeit - in diesen Unterrichtsstunden entscheiden die Kinder selbst, mit was sie sich beschäftigen möchten.

Andere Privatschulen werden von kirchlichen Organisationen geleitet. Hier werden neben den üblichen Lehrstoffen religiöse Inhalte vermittelt.

Welche Schule soll es sein?

An öffentlichen Schulen steht die Einhaltung des vorgegebenen Lehrplanes im Vordergrund. Die Kinder müssen das Lernpensum in der Regel unabhängig von ihren individuellen Veranlagungen bewältigen, eine besondere Förderung findet nicht statt. Ziel ist es, dass die Schule mit einem der Leistung entsprechenden Abschluss verlassen wird, um das Berufsleben anzutreten.

Haben Sie wegen des eventuell damit verbundenen Leistungsdrucks Bedenken, wünschen Sie eine kreative oder künstlerische Förderung, legen Sie Wert auf bestimmte pädagogische Ansätze oder eine religiöse Erziehung, kann eine Privatschule die Alternative sein.

© Claudia Paulussen - Fotolia.com

Schulformen in Deutschland im Überblick:

  • klassische öffentliche Grund-, Unter- und Oberstufe
  • Ganztagsschule
  • Internat
  • Waldorfschule
  • Montessorischule
  • Leitung durch kirchliche oder andere Einrichtung
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